Review: DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS (1976)

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Redaktion: 2.5

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8.3/10 (238)

Darsteller: Bob Belling, Jane Ryall, Jessica Dublin, Gerald Gonalons, Janice McConnel
Regie: Nico Mastorakis
Drehbuch: Nico Mastorakis
Land:
Genre:

Schau mal einer an, schon Jahrzehnte bevor gewisse serbische Filme dafür sorgten, dass sogar verwirrte Horrorfilm – Liebhaber plötzlich nach Zensur schrien, wurden auf dem Balkan Filme gedreht, die kaum eine sexuelle Spielart auslassen und mit reichlich Brutalität paarten.
Natürlich stießen sich auch daran besorgte Bürger und folgerichtig war DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS jahrelang auf dem Index.
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Story:
Christopher und Celia machen mit der Kamera bewaffnet Ferien auf Mykonos. Auf den ersten Blick wirkt das britische Paar wie normale Touristen und dass die beiden in einer Telefonzelle vögeln, während sie in der Heimat anrufen, ist noch unter „seltsamer Humor“ abzustempeln, doch als Ermittler das Gespräch abhören und sich direkt auf den Weg machen, ist klar, dass mit Christopher und Celia etwas nicht stimmt.

Das wird mit jedem Mordopfer deutlicher, das sie auf ihrem Inseltrip hinterlassen, meist nach einer sexuellen Ausschweifung.
Inzest, Sodomie, Vergewaltigung, Golden Showers und zudem noch Schwulen- und Lesbensex, was zumindest vor 40 Jahren schockiert haben mag. Da Mykonos schon seit den 60ern als Anlaufpunkt für Homosexuelle gilt, ist der Drehort wohl auch nicht ganz zufällig gewählt.
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Alles an DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS schreit nach 70er-Exploitation. Der ultrablöde deutsche Titel, Schlaghosen, sinnlose Gewalt, viel Softcore mit buschigem Genitalbereich, traurige Effekte und ein manchmal passender, aber meist meilenweit danebenliegender Soundtrack.

Ich gehöre zu den Menschen, die guten Schnitt in Filmen oft zu wenig würdigen, manchmal gar nicht wahrnehme. Wenn wie hier die Aneinanderreihung von Bildsequenzen aber aussieht, als hätte jemand zwei Filmstreifen übereinandergelegt und dann getackert, weiß man Qualität doch wieder zu schätzen.
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Regisseur und Autor Nico Mastorakis soll das Drehbuch in kürzester Zeit geschrieben haben und von nichts anderem als den Dollarzeichen in den Augen angetrieben worden sein. Reingepackt wurde in das Skript offenbar jede Idee, mit der man die eigene Oma schocken konnte. Da war weder Lust noch Liebe zur Filmkunst, zu den Charakteren oder zur Handlung im Spiel. Während man bei den beiden Hauptdarstellern noch eine Figurenzeichnung erkennt, sind alle anderen Schablonen und sowieso meist binnen Minuten tot.

Der Bodycount ist zwar hoch, das Geschehen blutig, aber nicht mal das Sterben ist ansprechend umgesetzt. Beispielsweise wird mehr als einmal einem Opfer ein Strick um den Hals gelegt, aus dem es sich – warum auch immer – trotz ungefesselter Hände nicht mehr befreien kann.

Wer aber genau deswegen kommt, wer nicht mehr will als ein (vermeintliches) Maximum an Perversion, den Wechsel aus Brüsten und Gewalt und das 70er-Flair atmen will ohne über Sinn der Handlungen nachzudenken, könnte mit diesem Trash-Lehrstück glücklich werden.

Ohne mich…

 

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