Review: DOLAN’S CADILLAC (2009)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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4/10 (4)

Darsteller: Christian Slater, Emmanuelle Vaugier, Wes Bentley
Regie: Jeff Beesley
Drehbuch: Richard Dooling
Land:
Genre: ,
FSK: ab 18

Nachdem Stephen Kings ES dieses Jahr die Kinokassen zum Überlaufen brachte, war abzusehen, dass viele weitere Verfilmungen und Wiederveröffentlichungen seiner Stoffe folgen werden. DOLAN’S CADILLAC ist der zweiten Kategorie zuzuordnen. Der Film stammt eigentlich aus dem Jahr 2009 und basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte aus der Sammlung ALPTRÄUME.

Die Lehrerin Elizabeth wird Zeugin eines Massenmordes hinter dem der skrupellose Menschenhändler Dolan steckt. Die junge Frau wird entdeckt, kann gerade noch entkommen und obwohl sie weiß, wie gefährlich Dolan ist, will sie gegen ihn aussagen. Doch bevor es dazu kommt, wird sie Opfer eines Anschlags.
Zurück bleibt ihr Mann Robinson, eigentlich ebenfalls ein harmloser Lehrer, doch der schwört nun Rache.

Einige der besten King-Verfilmungen beruhen bekanntermaßen auf Kurzgeschichten (STAND BY ME, DIE VERURTEILTEN), aber schon die literarische Vorlage lebte von einem einzigen Einfall, (SPOILER) nämlich davon, dass Dolan samt seinem Cadi in eine Falle gelockt wird.

Der Weg dorthin wird im Film zwangsläufig etwas ausgeschmückt, um aus der Kurzgeschichte mehr als einen Kurzfilm zu machen.
So wird hier mehr auf das Schaffen des Kriminellen eingegangen, der Menschen verschachert wie ein Bäcker Brötchen und ansonsten einfach unheimlich gerne in seinem kugelsicheren Auto herumgefahren wird. Wems gefällt: seine selbstverliebte Darstellung erinnert heutzutage an Negan aus THE WALKING DEAD.

Apropos fahren: DOLAN’S CADDILAC  fährt mit Christian Slater und Wes Bentley zwei recht prominente Hauptdarsteller auf. Aber machen wir uns nichts vor, Bentley ist in Nebenrollen besser aufgehoben und Slater…sagen wir es so,  er hatte in den 90ern seine besten Momente.
Regisseur und Autor sind aufs Fernsehen spezialisiert und daher überrascht es auch nicht, dass der Film eine Direct-to-DVD-Produktion ist.

DOLAN’S CADDILAC blamiert sich nicht, aber ihm fehlt Enthusiasmus. Er leiert seine Moves herunter und wenn zwei Teile nicht passen, klebt er sie mit Spucke aneinander. Da meldet Elizabeth die Morde und landet prompt bei einem rassistischen Sherriff, der mal eben ignoriert, dass eine ganze LKW-Ladung Frauen umgebracht wurde, als ginge es nur um einen Falschparker.
Die Story wird eben hingebogen bis sie grob passt, Detailarbeit ist hier nicht gefragt.

Hat man das überstanden, kommt endlich zum Kernstück: der eigentlichen Rache. (Hier folgen nochmals SPOILER). Die besteht darin, dass Robinson dem Verbrecher nicht nur die sprichtwörtliche, sondern auch eine ganze reale Grube gräbt, um ihn für immer darin verschwinden zu lassen.
Was zwar einerseits interessant klingt, ist in der Praxis eine überlange Szene, die Christian Slater in allen Stufen des Overactings zeigt, wie er flucht, droht, bettelt und verhandelt, während Gegenpart Wes Bentley sich uneinsichtig zeigt.

Fazit: Nicht jede Kurzgeschichte reicht aus, um damit abendfüllendes Kino zu erzeugen…diese jedenfalls nicht.

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