Review: ESCAPE FROM TOMORROW (2013)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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7.5/10 (8)

Darsteller: Roy Abramsohn, Elena Schuber, Katelynn Rodriguez
Regie: Randy Moore
Drehbuch: Randy Moore
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Normalerweise findet der Disney-Konzern bei uns selten Erwähnung. Nicht weil wir etwas gegen Donald Duck und Buzz Lightyear hätten, sondern weil man bei Disney lieber auf jugendfreundliches Entertainment setzt.
ESCAPE FROM TOMORROW wurde hingegen sogar in Disneyworld gedreht…nur ohne Einwilligung der Eigentümer.

Eigentlich will Familienvater Jim nur einen schönen letzten Urlaubstag mit seiner Familie in Disneyworld verbringen, doch der Morgen beginnt mit einem Anruf, dass man ihn gefeuert hat. Jim verschweigt seiner Frau und den beiden Kindern die schlechte Nachricht und macht das Beste aus der Situation, doch im Laufe des Tages spielen ihm seine Sinne manchen Streich. Ist der Freizeitpark mit den immer gut gelaunten Menschen und Figuren wirklich der schöne Ort, der er vorgibt zu sein?

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Wenn David Lynch Micky-Maus-Ohren tragen würde, könnte das Ergebnis so ähnlich aussehen wie ESCAPE FROM TOMORROW. Der Film ist garantiert nicht für jedermann und schon dass das komplette Werk in Schwarzweiß gedreht wurde, winkt uns mit dem Zaunpfahl das Wort „Arthouse“ zu.

Die erste Filmhälfte unterscheidet sich allerdings nicht besonders von jedem Familienausflug in einen Freizeitpark. Papa schaut minderjährigen Lolitas nach, der Kleine kotzt sich voll und nach ein paar Stunden will jeder seine Ruhe vor dem anderen. Nur vereinzelt ist anfangs zu bemerken, dass dort etwas Seltsames vorgeht.
Was hingegen von Anfang an beeindruckt sind die Kameraaufnahmen. Während es relativ simpel wäre im Found Footage Stil durch den Park zu stolpern, präsentiert sich ESCAPE FROM TOMORROW in klassischer Ansicht, was ohne Drehgenehmigung kein leichtes Unterfangen gewesen sein kann.
In optischer Sicht kann sich das Ergebnis in jedem Fall sehen lassen.

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Dass es für Aufsehen sorgen würde, illegal und mit Guerilla-Taktik im Hause Disney zu drehen, war klar. Was fraglich bleibt, ist ob es noch einen anderen Grund gab warum man die Mühe auf sich genommen hat. Natürlich ist Disney Inbegriff für gutgelauntes Entertainment für Familien und dass die Prinzessinnen wie hier angedeutet in Wirklichkeit hochbezahlte Huren sein sollen, passt in diese Welt nun mal nicht.
Als wirklichen Angriff auf die zuckersüße Fassade des Konzerns kann man ESCAPE FROM TOMORROW aber kaum deuten.
Das tat offenbar nicht einmal Disney selbst und die sorgten immerhin dafür, dass die Rockband „Disneyland After Dark“ heute nur noch D.A.D. heißt. Statt wie von vielen erwartet juristisch gegen den Film vorzugehen, ignorierte man ihn…auch so kann man zeigen, dass etwas keine Relevanz hat.

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Und wie relevant ist ESCAPE FROM TOMORROW für den Zuschauer? Weniger als man vermuten könnte, denn ein paar hübsche Bilder machen noch kein Meisterwerk und während in den letzten 30 Minuten der Wahnsinn regiert, fehlt letztlich ein roter Faden, der dem Zuschauer die Chance gibt die Metaphern sinnvoll einzuordnen. Das mag daran liegen, dass sich nicht jede Szene im Park so verwirklichen ließ, wie es das Drehbuch des Debütanten Randy Moore vorsah.

Fazit: Als Experiment ist ESCAPE FROM TOMORROW weit vorne. Als Gesamtpaket weniger.

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