Review: EVEN LAMBS HAVE TEETH (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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3.8/10 (36)

Darsteller: Kirsten Prout, Tiera Skovbye, Michael Karl Richards
Regie: Terry Miles
Drehbuch: Terry Miles
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Genre: ,

Wer einen einprägsam-coolen Titel wie EVEN LAMBS HAVE TEETH am Start hat und obendrein (nicht ganz unpassend) im Rape & Revenge-Revier wildert, kann eigentlich nichts verkehrt machen, oder? ODER?

Katie und Sloane sind beste Freundinnen und die Teenager wollen einen Monat lang auf einer Biofarm arbeiten, um sich davon einen Trip nach New York zu leisten. Doch auf der Anreise steigen sie bei den falschen Typen ein und finden sich in den Händen von Menschenhändlern wieder.
Als Katies Onkel, ein FBI-Agent, die beiden suchen geht, wollen die Entführer die beiden Mädchen für immer verschwinden lassen…doch da zeigen die Lämmer Zähne.
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Wenn man die angeketteten jungen Frauen in einer Szene aus einem Container in einem Waldstück kommen sieht, erinnert das an den realen Fall, der sich jüngst in South Carolina zutrug und auch wenn der Film bis dahin recht gemütlich startete, wird spätestens durch diese Assoziation klar, dass nun unschöne Momente folgen.

Vergleicht man EVEN LAMBS HAVE TEETH mit Genreklassikern wie LAST HOUSE ON THE LEFT, I SPIT ON YOUR GRAVE oder IRREVERSIBEL, fällt aber zunächst auf, dass der Vergewaltigungsakt nur Offscreen stattfindet und damit für den Zuschauer weniger widerwärtig erscheint.
Zwar reicht ein Minimum an Fantasie aus, um sich in die Lage der beiden Mädchen zu versetzen, trotzdem mangelt es dem Film hier an Intensität. Dass der Moment (Achtung Spoiler) in dem der Sheriff als vermeintliche Rettung erscheint, sich dann aber auf die Seite der Bösen schlägt, in ähnlicher Form bereits in I SPIT ON YOUR GRAVE genutzt wurde, wertet EVEN LAMBS HAVE TEETH auch nicht auf.
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Eine kleine Besonderheit gibt es in Form des Onkels, der rasch die Fährte der Entführer aufnimmt. Letztlich ist er aber auch nicht mehr als ein Füller, denn bis er am Ort des Geschehens auftaucht, waten die beiden Mädels schon knietief in den Gedärmen ihrer Peiniger.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Regisseur / Autor Terry Miles ohnehin nur auf den Augenblick hinarbeitete, bis er Katie und Sloane von der Leine lassen kann. Zwar gibt er den beiden zunächst unterschiedliches Charakterzüge (Katie ist die schüchterne, die keine Drogen anfasst, Sloane redet nonstop über Sex) und erfindet eine nette Hintergrundgeschichte um Onkel Jason und dessen berufliche Paranoia, spätestens wenn Katie einem Bewacher die Halsschlagader aufbeisst (!) wird aber jeder Realismus in die Tonne gekloppt.
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Schon bei I SPIT ON YOUR GRAVE (Remake) war Jennifers Rache reichlich durchgestylt und daher unnatürlich, hier verwandeln sich die beiden Lämmer aber in kürzester Zeit in Wölfe, die anfangs deutlich gefühlskälter morden als man das von frisch vergewaltigten Teenagern erwarten könnte, später sogar sadistisches Vergnügen empfinden.

Message des Films: es ist nicht schlimm vergewaltigt zu werden, wenn du danach ordentlich auf die Kacke haun kannst?? Vielleicht sollte man aber nicht nach Botschaften suchen, denn der Streifen ist ein ziemliches Durcheinander, wirkt lieblos runtergedreht und lebt von zu vielen Klischees. Wer wird beispielsweise der fieseste aller Bösen sein?
Vermutlich habt ihr gerade richtig geraten.

Für sich genommen ist der Rachefeldzug aber eine lustige Angelegenheit, bei der es mit hübschem Indiesoundtrack unterlegt ans blutige Morden geht, wo nagelbewehrte Tennisbälle, Rasentrimmer, Baseballschläger und Brandbeschleuniger zum Einsatz kommen.

Fazit: Wer einfach nur sehen will, wie Opfer per selbstgefälliger Selbstjustiz zurückschlagen, kommt hier voll auf seine Kosten und vermutlich wird der Film seine Anhänger finden. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass EVEN LAMBS HAVE TEETH ein Film mit schwachen Schauspielern, schwachen Dialogen und schwacher Story ist.

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