Review: EXTINCTION (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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Darsteller: Michael Peña, Lizzy Caplan, Mike Colter, Amelia Crouch, Erica Tremblay
Regie: Ben Young
Drehbuch: Spenser Cohen
Länge: 95 Minuten
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 27.07.2018
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

Mit EXTINCTION erscheint auf Netflix wieder ein Film, für den eigentlich eine Premiere im Kino geplant war. Das letzte große Beispiel für eine Filmpremiere bei dem Streamingdienst war AUSLÖSCHUNG.
Am 27. Juli ist also EXTINCTION auf Netflix veröffentlicht worden und wirkt dem Trailer nach wie ein weiterer Alienfilm, in dem die Menschheit sich gegen anscheinend übermächtige Gegner zur Wehr setzen muss. Klingt ein wenig nach INDEPENDENCE DAY, ATTACK THE BLOCK, COWBOYS & ALIENS und einer ganzen Reihe an weiteren Filmen. Es stellt sich also die Frage, ob und wie EXTINCTION sich von den anderen Werken unterscheidet.

Inhalt von EXTINCTION

Der junge Familienvater Peter leidet an Alpträumen in denen eine außerirdische Macht die Stadt angreift. Er träumt wie er selbst und seine Familie ums Überleben kämpfen und ist nach diesen Träumen verstört. Sehr bald werden die Alpträume zu Visionen, die Peter auch im Wachzustand hat. Seine Frau Alice macht sich Sorgen und befürchtet, dass Peter eine psychische Krankheit hat.
Nach einem erneuten Konflikt, da Peter einen Termin bei eine Psychiaterin wahrgenommen hat, werden die Visionen wahr und es beginnt eine Invasion mit Raumschiffen. Die junge Familie kämpft um ihr Leben, während ihre Welt in Schutt und Asche gelegt wird.

Resümee zu EXTINCTION

Der Film von Regisseur Ben Young, der bereits HOUNDS OF LOVE (2016) gedreht hat, hat nur eine relativ kurze Einführung, bevor die ersten Häuser zerstört und Personen erschossen werden. Die Charaktere werden so leider unzureichend vorgestellt, so dass man keine großartigen Sympathien entwickelt. Man weiß wenig über die Familie und ist deswegen eher in einer beobachtenden Position, anstatt mit ihr mitzufiebern. Das ist sehr schade, weil so eine eigentlich gute Filmidee deutlich an Unterhaltungswert verliert. Hier wäre es geschickter gewesen, hätte die Invasion erst fünf bis zehn Filmminuten später begonnen, um mehr Zeit für die Charakterisierung aufzubringen. Auf diese Weise hätten die Charaktere mehr Tiefe bekommen können anstatt wie Schablonen zu wirken.

Wie im Eingangstext erwähnt, ist eine Invasion durch übermächtige Aliens keine neue Idee. Und vor allem zu Beginn der Angriffe durch die Raumschiffe, fühlt man sich sehr an beispielsweise KRIEG DER WELTEN erinnert. Häuser explodieren, Menschen schreien und rennen panisch durch die Straßen – das sind Bilder, die es bereits sehr oft gab. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt bietet EXTINCTION keine neuen Ideen. Es gibt einen Twist in der Story, der alles vorher Geschehene in einem anderen Licht darstellt, aber bis zu diesem Zeitpunkt passiert nichts Überraschendes.

Der Twist in der Handlung ist interessant und lässt einen alles Vorherige noch einmal neu betrachten. Allerdings geht die Handlung danach genau so weiter, wie man es erwartet. Es gibt also diesen einen Moment, der doch noch die Hoffnung auf ein originelles Ende schürt, der dann aber mehr oder weniger bedeutungslos wird.

EXTINCTION hat, wie bei einem Sci-Fi-Thriller vorauszuahnen, viele Spezialeffekte. Aber leider sind die nicht immer schön anzusehen. Explosionen und Raumschiffen sieht man zum Teil sehr deutlich die Animation an, die außerdem nicht immer hochwertig wirkt. Das stört den allgemeinen Unterhaltungswert des Filmes nicht unbedingt, kann aber für den einen oder anderen Schmunzler sorgen.

Das Skript von EXTINCTION wurde 2013 als das beste nicht verfilmte Drehbuch gehandelt. Leider kann die Verfilmung selbst nicht als herausragend bezeichnet werden. Der Film ähnelt in vielen Punkten bereits vorhandenen Filmen und kann auch nicht mit dem Storytwist die Vorhersehbarkeit ausgleichen. Youngs Werk ist kein schlechter Film, aber leider auch kein Guter.

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