Review: GALLOWS HILL (2013)

gallows hill
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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6.3/10 (36)

Darsteller: Peter Facinelli, Sophia Myles, Nathalia Ramos
Regie: Victor Garcia
Drehbuch: Richard D'Ovidio
Land:
Genre:

Wenn jemand sein Leben lang nur Mist gebaut hat, ist es schwer ihm noch einmal zu vertrauen und wäre mir vorher klar gewesen, dass Victor Garcia für GALLOWS HILL als Regisseur verantwortlich ist, hätte ich mir wohl zweimal überlegt, den Film überhaupt zu sehen. Der gebürtige Spanier verzapfte bisher nur Lauwarmes (MIRRORS 2, 30 DAYS OF NIGHT: BLOOD TRAILS) bis Ungenießbares (ARCTIC PREDATOR, HELLRAISER: REVELATIONS). Manchmal kann Unwissenheit aber ein Segen sein, denn GALLOWS HILL ist eine angenehme Überraschung.

Als eine Familie auf einer kolumbianischen Landstraße während eines Unwetters von einer Schlammlawine erfasst wird, schaffen es die Verletzten sich zu einem abgelegenen ehemaligen Hotel durchzuschlagen. Der Besitzer öffnet die Tür nur widerwillig und wie sich zeigt aus gutem Grund. In einem finsteren Verschlag im Keller hält der alte Mann ein junges Mädchen gefangen. Natürlich wollen die Besucher dem Kind helfen, doch der Alte ist sich sicher, dass dies keine gute Idee ist.

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Geh.Verdammt.Noch.Mal.Nicht.In.Den.Keller! Diese Weisheit gilt es spätestens seit TANZ DER TEUFEL zu befolgen, denn die Konsequenzen sind schrecklich. In GALLOWS HILL ist es eben aber kein seltsames Buch, sondern ein Kind, das Hilfe braucht und wie würde man selbst wohl reagieren, wenn man abgeschnitten von der Außenwelt eine Entscheidung treffen muss?
Das Gefasel des vermeintlich pädophilen Hotelbesitzers, dass das Kind eine Hexe sei, klingt natürlich auch nicht plausibel.

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GALLOWS HILL hätte die Zuschauer gerne noch eine Weile im Ungewissen lassen können rückt aber recht schnell mit der Wahrheit heraus.
Wer früh seine Joker ausspielt, hat besser noch ein As im Ärmel und das hat der Film tatsächlich.
Kennt man inzwischen in vielfachen Varianten, dass entweder ein einzelner Mensch/Monster/Dämon zu bekämpfen ist oder die Bösartigkeit ansteckend ist, springt der Geist der Hexe von Mensch zu Mensch und zwar immer in den Körper, der den letzten Wirt tötet.

Heißt in der Praxis: es gibt immer nur einen Gegner, auslöschen lässt sich das Böse aber nicht.
Ein ungewöhnlicher Ansatz, der GALLOWS HILL aufwertet und natürlich auch für Paranoia sorgt, denn nicht immer lässt sich sagen, wer gerade von der Hexe gesteuert wird.

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Wer hingegen etwas Besonderes erwartet, weil der Film in Kolumbien spielt, sollte seine Hoffnungen schmälern. Zwar wurde vor Ort gedreht und eingangs wird eine Großstadt gezeigt, die Landesflair versprüht, der größte Teil des Films spielt aber in dem Hotel und hätte überall auf der Welt stattfinden können. Eine besondere Handschrift ist jedenfalls nicht zu erkennen und der Film ist eine US-Produktion, wenn auch mit internationaler Schauspieler-Riege.

Deren Arbeit ist weder besonders positiv noch negativ zu bewerten. Hinterfragen mag man höchstens die Auswahl der Darsteller, denn Vater David sieht keine 10 Jahre älter aus als seine Tochter.
Kritischer sind einige der Effekte einzuordnen. Zu künstlich wirkt die Grabesstimme der Besessenen und auch die Verwandlung erscheint dank Zuhilfenahme eines Computers arg steril.

Nein, in die A-Riege steigt Victor Garcia nicht auf, trotzdem bleibt GALLOWS HILL in Summe ein knackig vorgetragener Film, der nicht langweilt und seine eigenen Momente hat.

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