Review: GALLOWWALKERS (2012)

gallowwalkers horrorfilme
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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4.6/10 (20)

Darsteller: Wesley Snipes, Kevin Howarth, Riley Smith,
Regie: Andrew Goth
Drehbuch: Andrew Goth
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Wesley Snipes ist wieder da. Nach einem ausgedehnten Urlaub auf Staatskosten ist der Action-Star zurück auf dem Pfad der Tugend und spielt in GALLOWWALKERS einen wortkargen Racheengel.

Der Film wurde bereits abgedreht, bevor Snipes wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis musste, da sich das Werk aber besser vermarkten lässt, wenn der Hauptdarsteller auf freiem Fuß ist, wird er erst jetzt veröffentlicht.

Snipes spielt darin einen Revolverhelden namens Aman, lebt in einer staubig-heißen Einöde und will eine Bande von Vergewaltigern zur Strecke bringen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn die Getöteten kehren immer wieder zurück.

gallowwalkers

Was wie eine Mischung aus Italowestern und Horrorfilm klingt, ist genau das. Optisch fühlt man sich immer wieder an SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD und andere Großtaten erinnert und die Kulisse ist eine einzige staubige Wüste, in der hier und da einige wenige von Menschenhand errichtete Relikte zu erkennen sind.
Das Rachemotiv passt natürlich ebenfalls ins Bild.

Dass es nicht reicht seinem Gegner eine Kugel zu verpassen, ist hingegen klares Indiz fürs Horrorgenre. Zudem laufen in diesem sonnenverbrannten Landstrich noch einige andere skurrile Typen umher, die man sonst gerne in Endzeit-Movies entdeckt.
Modische Absurditäten (angefangen bei Amans Bart) reihen sich an Figuren wie Buckethead (Ex-Wrestler Dallas Page mit einem übergroßen Blecheimer überm Kopf) oder Wesen ohne Haut.
Es soll also niemand behaupten, es wäre nicht für Abwechslung gesorgt.

Gallowwalkers

Tatsächlich ist der Film voller kruder Ideen, die mutmaßen lassen, dass Regisseur / Co-Autor Andrew Goth am falschen Kaktus geleckt hat. Was dafür auf der Strecke bleibt ist eine zusammenhängende Geschichte. Nicht dass eine Rache-Story viel drum herum bräuchte, aber im Falle von GALLOWWALKER wird dieses drum herum trotzdem geliefert, steht dann aber verloren in der Ecke ohne je ins Geschehen eingeflochten zu werden.

Snipes‘ Figur erinnert neben jedem Revolvermann, der jemals durch den Westen zog auch ein ganzes Stück weit an seine Paraderolle BLADE und dass ihm das schauspielerisches Können fehlt, das ein Henry Fonda oder Clint Eastwood besaßen, macht er durch Action wieder wett.
In dieser Hinsicht geht der Film in Ordnung und an den durchaus blutigen Effekten ist nichts zu bemängeln.

Die visuelle Umsetzung mag nicht jedermanns Sache sein und das karge Land auf Dauer womöglich zu karg erscheinen, dennoch wird fürs Auge genug geboten. Das Gehirn sollte man vielleicht gar nicht erst aktivieren und GALLOWWALKERS wie einen überlangen Werbespot betrachten.

Fazit: Es ist schön mal wieder einen Western mit Horror-Einflüßen zu sehen, leider wird hier zu viel Durcheinander geboten.

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