Review: GATE – DIE UNTERIRDISCHEN (1987)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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8.2/10 (30)

Darsteller: Stephen Dorff, Christa Denton, Louis Tripp
Regie: Tibor Takács
Drehbuch: Michael Nankin
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Als ich GATE – DIE UNTERIRDISCHEN das letzte Mal gesehen habe, musste ich danach das Videoband zurückspulen. Es ist also schon länger her und während ich mit dem Streifen früher viel Spaß hatte, stand bei der Neusichtung die Befürchtung im Raum, dass sich die Uhren weitergedreht haben und das 1987 entstandene Werk heute nur noch unfreiwillig komisch wirkt.
Sicher, 30 Jahre sind 30 Jahre. Mode und Frisuren erscheinen heute in einem anderen Licht, aber GATE ist umgekehrt genau das, was die 80er ausmachte.

Hier öffnet sich unter einem umgestürzten Baum im Garten ein tiefes Loch und durch eine Verkettung unglücklicher Umstände (Blut, Tieropfer, rückwärts abgespielte Metal-Musik) kommen durch das Portal Dämonen in unsere Welt. Ausgerechnet als Glen und seine ältere Schwester Al sturmfreie Bude haben, bricht im Hinterhof der Familie die Hölle los.

GATE ist kein großer Film. Er verfügt nicht über die pompösen Effekte von POLTERGEIST, von dem er sich hier und da eine Scheibe abschneidet und auch die Story hat wenig Tiefgang. Es geht deswegen in Ordnung ihn als B-Film zu bezeichnen.
Da im ersten Filmdrittel kaum mehr passiert als die üblichen Streitigkeiten unter Geschwistern und Weißer-Gartenzaun-Idylle, wie sie damals von Regisseuren wie Joe Dante und Steven Spielberg gepflegt wurde, ist er für manchen „modernen“ Zuschauer vielleicht auch nicht mehr interessant genug.

Gleichzeitig etabliert er aber liebenswerte Figuren, mit denen man spätestens dann mitfiebert, wenn die Kacke am Dampfen ist.
Glen und sein Kumpel Terry sind noch Kinder, Al Teenagerin mit pseudocoolen Freunden, aber jeder von ihnen bringt Stärken und Schwächen mit sich, um die Terrornacht zu überstehen.

Die Widersacher geben indes alles was das Genre hergibt. Kleine Monster; große Monster; Monster, die wie vertrauenswürdige Menschen erscheinen; sogar ein dämonisches Telefon.
Ja, man kann sagen, dass der Film verschiedene Klischees seiner Epoche ausreizt und das ist gut so.

Die (natürlich) handgemachten Effekte zeigen, dass sie ebenfalls 30 Jahre alt sind, was aber mehr am Stil (es wird viel mit Licht und Wind gespielt) als der Qualität liegt. Anders als manch hipper Computereffekt, wirkt hier aber nichts peinlich.

Übertrieben bösartig kommt GATE – DIE UNTERIRDISCHEN aber nicht daher. Die knuffigen Mini-Monster, die immer wieder auftauchen, erinnern an DON’T BE AFRAID OF THE DARK und natürlich entfernter auch an alle anderen Zwergmonster der 80er wie CRITTERS, GREMLINS oder GHOULIES.
Andere Referenzen (ob bewußt eingebaut oder nicht) wecken Erinnerungen an den schon erwähnten POLTERGEIST, aber auch TANZ DER TEUFEL…und vermutlich 20 andere Filme seiner Zeit.

Bekanntestes Gesicht des Streifens ist übrigens der junge Stephen Dorff (BLADE, KRIEG DER GÖTTER), der damals aber noch ein wenig anders aussah.

Wer sollte sich GATE ansehen? Natürlich alle Kids der 80er, die Nostalgie verspüren, aber sicher auch jüngere Zuschauer, die durch STRANGER THINGS, SUPER 8 und Co. Lust auf gemütlichen Horror mit Kinderhelden aus vergangenen Tagen bekommen haben.

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