Review: GHOSTBUSTERS (2016)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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4.6/10 (26)

Darsteller: Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones
Regie: Paul Feig
Drehbuch: Katie Dippold, Paul Feig
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Remakes. Liebe oder hasse sie, aber sobald man darüber spricht, ist das Werbung und am Ende will ja doch jeder mal einen Blick riskieren.
Über das GHOSTBUSTERS – Remake wurde besonders viel und heftig diskutiert, was auch mit den Gerüchten im Vorfeld zusammenhing. Jahrelang wurde über eine Fortsetzung der beliebten Original-Filme nachgedacht, dann von einem Remake gesprochen und plötzlich waren die vier (männlichen) Hauptfiguren allesamt Frauen, die die großen Fußstapfen eines Dan Aykroyd und Bill Murray füllen sollten.
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Die Geschichte ähnelt natürlich trotzdem der Verfilmung von 1984 und erzählt von vier Damen, die ihre bisherigen langweilig-biederen Jobs hinwerfen, um mit Overalls und Strahlenkanonen bewaffnet auf Geisterjagd zu gehen. Dabei stößt man zunächst auf Widerstände und Zweifler, muss aber am Ende ganz New York retten.

Soweit, so bekannt, trotzdem wird hier glücklicherweise nicht jede Szene 1:1 nachgestellt, sondern nur der gleiche Rahmen genutzt.
Gewisse Grundpfeiler wie etwa der Marshmallowman oder die bekannte Feuerwache, die seinerzeit das Hauptquartier für Dr. Venkman, Dr. Spenlger und Co. bildete, tauchen im Film zwar auf, aber mehr um Altfans zu zeigen, dass man das Original ehrt, als dass sie wichtiger Teil der Handlung wären.
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Das gilt übrigens auch für so ziemlich jeden Schauspieler, der 1984 dabei war. Egal ob Murray, Aykroyd, Ernie Hudson oder Sigourney Weaver, sie alle kommen für einen Gastauftritt vorbei und vermitteln damit den Eindruck, das Remake gutzuheißen. Und warum auch nicht?

GHOSTBUSTERS ist natürlich kein harter Horrorstreifen geworden, sondern semi-grusliges Familienentertainment, wie die alten GHOSTBUSTERS-Filme auch. Heute hilft man sich bei den zahlreichen krachenden Effekten selbstverständlich mit vielen Computer-Zutaten, die sehen aber anständig aus.

Besonderes Schmankerl für die Heimkinoauswertung ist die Nutzung der horizontalen schwarzen Balken im Bildschirm, die sonst eigentlich nur dazu gut sind, die Sicht zu verschmälern. In GHOSTBUSTERS werden diese Balken während der Actionszenen mitgenutzt und so ragen pötzlich Monster oder Strahlenkanonen in diesen Bereich und sorgen für einen 3D-Effekt auch ohne 3D-Fernseher. Ein Beispiel, das gerne Schule machen darf.

Das Problem des Films liegt eher in den Figuren und dem Humor und beide Punkte hängen eng zusammen.
Es fällt auf, dass die Autoren Katie Dippold und Paul Feig (auch Regie) vom TV kommen und so erinnern viele Momente an typische Sitcom-Szenen, wo ein Gag nicht aus der Handlung heraus entsteht, sondern die Heldinnen lange Dialoge führen, bei denen man ahnt, dass alles auf eine Pointe hinsteuert, die aber nichts zum Film beiträgt.
Grundsätzlich kann man über Humor natürlich streiten, der Autor dieses Reviews war aber froh, dass Adam Sandler – mäßige Pipikaka-Witze die Ausnahme bleiben.

Die vier Ghostbusters werden gespielt von Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon und Leslie Jones. Da bis auf McCarthy alle Damen der Saturday Night Live Ensemble angehörten, sollte man mit handfesten Lachern rechnen, McKinnon scheitert aber schon daran, dass sie in der Rolle des schrägen Techniknerds der Truppe völlig fehlbesetzt erscheint und auch zwischen den anderen Figuren mangelt es häufiger an entsprechender Chemie und Timingproblemen.
Da kommt ausgerechnet Chris Hemsworth als Dumpfbacke in Form des Sekretärs gut zur Geltung, der wohl auch keine Intellektuellen anspricht, aber für ein paar Gags gut ist.

Fazit:
GHOSTBUSTERS 2016 ist kein Muss. Der Film ist kein Meisterwerk, er ehrt aber das Original und bietet knapp 2 Stunden lang modernes Popcorn-Kino.

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