Review: GINGERCLOWN (2013)

Gingerclown
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 2.0

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3.3/10 (56)

Darsteller: Tim Curry, Brad Dourif, Sean Young (jeweils nur die Stimmen)
Regie: Balázs Hatvani
Drehbuch: Balázs Hatvani
Land:
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Tim Curry spielt einen bösen Clown? Da war doch mal was. Richtig, es war natürlich Curry, der in der ES-Verfilmung den Pennywise gab und damit manchem heranwachsenden Alpträume bescherte.
Dass er mehr als 20 Jahre später erneut die Schminke anlegt, reicht aus um neugierig zu machen und wenn man dann noch im Vorspann erfährt, dass Brad Dourif (CHUCKY), Lance Henriksen (ALIENS) und Sean Young (NO WAY OUT, JUG FACE) mitspielen, steigt die Vorfreude an.

Biff und seine Freunde hängen hinter dem bekannten Hollywood-Schriftzug herum, knutschen und trinken Bier und haben Unfug im Sinn. Da kommt Loser Sam, ein Comic-Nerd, gerade zur rechten Zeit vorbeigeradelt und wird von der Gruppe auf unsanfte Weise zu einer Mutprobe gedrängt. Sam soll in einen verlassenen Freizeitpark einbrechen und dort einige Stunden verbringen, obwohl dort einst über 50 Menschen den Tod fanden. Nur Biffs Freundin hat daran keinen Spaß und folgt Sam.

Gingerclown

Sam und Biff

Wenn in einer sternklaren Vollmondnacht ein Gewittergrollen zu hören ist, weiß man eigentlich welch Geistes Kind GINGERCLOWN ist. Hier wird versucht auf Teufel-komm-raus mit klassischen Gruseleffekten zu punkten.
Dass der Geisterbahn-Look beabsichtigt ist kann man mit viel Wohlwollen deswegen unterstellen, weil er zu der Reihe von Fahrgeschäften passt, durch die sich Sam und Jenny kämpfen müssen. Andererseits: warum sollten Spinnweben, die nicht annähernd echt aussehen, sondern wie zerpflückte Watte, am Autoscooter hängen?

Gingerclown

What the…???

Echt wirken auch die grotesken Figuren, die im Park lauern, zu keinem Zeitpunkt. Eine sprechende Teekanne erinnert an ALICE IM WUNDERLAND, eine Riesenspinne lässt an ES denken. Während der gigantische Achtbeiner in ES schon mies war, kann man über die GINGERCLOWN-Variante nur lauthals lachen.
Keine der Figuren ist auch nur durchschnittlich. Den gigantischen Händen, die immer mal wieder zu sehen sind, fehlen beispielsweise die Gelenke und alles sieht aus, als habe der Maskenbildner im örtlichen Kindergarten einen Subunternehmer gefunden. Eigentlich fehlt nur eine sprechende Socke mit Knopfaugen und Zahnstocherzähnen.

Man kann mit viel Mühe erahnen, dass GINGERCLOWN gerne nach 80er- UND 50er- Film aussehen würde, ist aber tatsächlich viel näher an den tschechischen Märchenfilmen der 60er. Aus Osteuropa kommt der Film tatsächlich, allerdings aus Ungarn. Mit solcher dilettantischen Arbeit wird man dort so schnell aber nicht zum neuen Horrorimperium.

Gingerclown

Für Fans von besseren Filmen gibt es immerhin ein paar Details zu entdecken. Schläger Biff heißt wohl nicht zufällig so und auch ein herumliegender Sport Almanach wecken Erinnerungen an ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT. Tim Currys bessere Tage werden mit einem Poster von ROCKY HORROR PICTURE SHOW gehuldigt.

Apropos Curry, wie all die anderen namhaften Schauspieler bekommen wir ihn nie zu Gesicht! Unter den billigen Masken steckt Wer-auch-immer und lediglich die Stimmen stammen von den US-Darstellern.
Das ist so enttäuschend wie es sich anhört und wird durch die Tatsache, dass die Dialoge an Belanglosigkeit kaum zu überbieten sind, nicht verbessert.

Das sah wohl auch die FSK bei ihrer Prüfung so, ist in einen kollektiven Schlummer gefallen und hat hinterher einem Film, der kaum Gewalt zeigt und schon gar nicht ernstzunehmende Gewalt, per Würfelverfahren eine 18er-Freigabe erteilt.

Empfehlung: Macht es wie die FSK, schaut nicht hin.

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