Review: GREYZONE (Serie) (2018)

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7/10 (1)

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FSK: ab 12

Gleich vorweg: bei GREYZONE handelt es sich nicht um eine blutige Horrorserie, sondern vielmehr eine politische Thrillerserie in der so einiges an Drama eingebaut ist. Die Serie ist in Dänemark und Schweden gedreht worden und das heißt in Bezug auf Spannung meist Gutes. Hierzulande ist die Serie ab dem 13. September 2018 im ZDF ausgestrahlt worden und kann noch bis März in der Mediathek abgerufen werden.

INHALT von GREYZONE

Victoria arbeitet an der Entwicklung von Drohnen und trifft auf einer Konferenz, auf der sie die neueste Entwicklung ihrer Firma vorstellt, einen alten Bekannten aus dem Studium wieder. Zeitgleich findet die SÄPO-Polizistin Eva einen Sprengkopf, der auf den Weg nach Stockholm war.
Kurz darauf wird Victoria zusammen mit ihrem Sohn von ihrem Bekannten als Geisel gehalten, weil sie eine der Drohnen für den Abwurf einen Sprengkopfes bereitmachen soll. Die Schicksale der beiden Frauen sind von nun an miteinander verbunden und das Leben vieler Menschen steht auf dem Spiel.

Resümee zu GREYZONE

Die Voraussetzungen für eine spannende Serie sind in GREYZONE da. Zunächst ist sehr viel unklar und man ist neugierig, wie sich die Handlung weiterentwickeln wird. Und so schaut man sich motiviert die ersten Folgen an, bis irgendwann klar wird, dass sich die Folgen an sich häufig sehr ähneln. Victoria muss irgendwelche Aufgaben für den Geiselnehmer Iyad erledigen, damit sie die Drohne umprogrammieren können. Eva versucht das Rätsel um die Sprengköpfe und das geplante Attentat zu lösen. Nach etwa drei Folgen wir das eintönig und leider kommen dann noch sieben weitere. Ein paar weniger Folgen hätten dieses Problem lösen können. So wirkt die Handlung unnötig aufgebläht.

Ein weiteres Problem in der Serie sind die Charaktere. Aus irgendeinem Grund sind die allesamt sehr unsympathisch. Dass der Geiselnehmer kein Sympathieträger sein wird, ist klar. Aber warum muss er gefühlt alle 5 Minuten ausrasten? Victoria wirkt fast durchgängig wie ein verschrecktes Reh, was irgendwie nachvollziehbar ist, aber nach einer Weile trotzdem nervt. Möglicherweise liegt hier einiges an der Synchronisation, aber zehn Folgen mit einem Haufen unsympathischer Charaktere sind zuviel.

Neben den manchmal nervigen Charakteren gibt es in der Handlung einige Momente, die nicht nachvollziehbar sind. Beispielsweise scheint die Polizei keinerlei Ahnung von ihrer eigenen Arbeit zu haben und opfert mehr oder weniger ein paar Leute. Außerdem werden Victoria sehr merkwürdige Vorschläge gemacht, wie sie sich ihrem Entführer gegenüber verhalten soll.
Und obwohl der Ansatz von GREYZONE spannend ist, verliert die Geschichte sich rasch in Klischees. Es ist leider sehr vorhersehbar von welcher Seite und mit welcher Motivation der Anschlag geplant wird.

Positiv an GREYZONE ist eindeutig die hochwertige Produktion. Abgesehen von der Handlung selbst ist alles sehr gut. Soundtrack und Handlung passen meist zusammen, nur zum Ende hin wird der Soundtrack ein wenig anstrengend. Die Kameraarbeit ist auch einwandfrei. Umso tragischer ist, dass die Serie mit dem Inhalt einfach nicht überzeugen kann.

Es ist schade, dass eine sehr hochwertige Produktion anscheinend kein ordentliches Drehbuch hat. Von der Handlung und den Charaktere abgesehen kann GREYZONE überzeugen. Allerdings schauen die wenigsten Menschen eine Serie nur wegen dem handwerklichen Aspekt…

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