Review: HARBINGER DOWN (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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7.4/10 (18)

Darsteller: Lance Henriksen, Matt Winston, Camille Balsamo
Regie: Alec Gillis
Drehbuch: Alec Gillis
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Lance Henriksen kennt man aus über 200 Projekten. Seit den frühen 70ern ist der Mann ein sehr aktiver Schauspieler, trotzdem geschieht es nicht aller Tage, dass ich an aufeinanderfolgenden Tagen zwei Filme schaue, in denen Lance eine seiner berühmtesten Rollen aufleben lässt.
Unser Review zu STUNG, der sich großzügig bei ALIENS bedient, habt ihr vielleicht schon gelesen, aber auch HARBINGER DOWN, weckt Erinnerungen.
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Eine Gruppe Studenten fährt auf einem Krabbenkutter mit zur See, um die Auswirkungen der Klimaerwärmung zu erforschen. Als die Crew eine russische Raumkapsel samt toter Besatzung an Bord zieht, die jahrelang im Eis eingeschlossen war, ahnen sie noch nicht, welches Unheil sie mit sich führen…harbinger-down-

Die Geschichte hinter HARBINGER DOWN ist ungewöhnlich, denn einige der Ideen waren für DAS DING (2011) vorgesehen. Dort entschied man sich (dummerweise) für den vermehrten Einsatz von CGI-Effekten, wodurch die Künstler von Amalgamated Dynamics mit hübschen praktischen Effekten dastand, die keiner wollte.
Was also machen? Am besten einen eigenen Film, der keine Scheu hat seine Einflüße zu verbergen, aber dabei trotzdem effektiv ist.
Genau das ist HARBINGER DOWN geworden und Lance Henriksen ist Teil des Plans. Zwar fühlt man sich in diesem Fall eher an den ersten Film der ALIEN-Reihe, sowie (natürlich) an DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT erinnert, aber das Anliegen wird klar.
Dabei ist der Film keine Komödie, die ihre Vorbilder einfach zitiert oder gar parodiert. Man gibt sich ernst und das ist OK so. Vielleicht wäre es sogar Verschwendung, wenn man die hübschen FX in einer Welle von Lachern hätte untergehen lassen.
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Das bedeutet nicht, dass HARBINGER DOWN ohne Fehler wäre. Auch wenn man davon absieht, dass die Grenze zwischen schamloser Abkupferei und ehrfurchsvoller Verbeugung vor Filmklassikern eine fließende Grenze ist, hapert es beispielsweise an der Konstellation der Figuren, die sich auf dem überschaubaren Schiff befinden.
Schon dass Fischer und Forscher zusammen unterwegs sind, wirkt eigenartig, schließlich haben beide Gruppen unterschiedliche Beweggründe und Ziele auf hoher See. Seltsamer wird es aber noch, als eine weitere Person ihr wahres Ich offenbart.

Klar, dieser Film ist kein Klassiker und wird auch keiner werden. Zum einen gibt es die Originale bereits, zum anderen waren sie besser, will man aber mal wieder einen handgemachten, altmodischen und respektvollen Bodyhorror sehen, ist HARBINGER DOWN nicht die schlechteste Wahl.

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