Review: HAUNTER (2013)

Haunter
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7

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7.4/10 (76)

Darsteller: Abigail Breslin, Peter Outerbridge, Michelle Nolden
Regie: Vincenzo Natali
Drehbuch: Brian King, Matthew Brian King
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Das Leben von Teenager Lisa ist nicht einfach: Jeden Tag gibt es das gleiche zu essen, immer nervt die Hausarbeit und ständig wollen die Eltern (die andauernd den gleichen Tätigkeiten nachgehen) über ihr unangemessenes Verhalten sprechen. Jeden Tag aufs Neue…und das wortwörtlich.

Es ist genau dieses Setting, in das wir als ahnungsloser Zuschauer geworfen werden und aus dem wir dann den Weg aus den labyrinthartig verstrickten Ereignissen herausfinden müssen.

Haunter horror

Natürlich geht der erste Gedanke beim Thema Zeitschleife Richtung UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER und so falsch ist das auch nicht, denn Lisa scheint die einzige zu sein, die sich der Wiederholung bewusst ist. Der Unterschied zeigt sich aber schon im Ansatz, denn ein paar Neuheiten bringt jeder Tag doch mit sich und entsetzt muss Lisa feststellen, dass ihr Vater plötzlich raucht oder zur Gewalttätigkeit neigt. Und dann ist da noch der unheimliche Fremde, der sich als Telefontechniker ausgibt und Lisa bedroht.

Der eigentliche Clou ist aber die Tatsache, dass Lisa schnell versteht, dass sie selbst ein Geist ist. Verflucht, immer wieder den gleichen Tag zu durchleben, während die Lebenden einer anderen Zeit den Ort mit ihr teilen.
Das wiederum erinnert an THE OTHERS, setzt aber da gewissermaßen dort an, wo der aufhörte. HAUNTER versucht gar nicht erst einen Twist zu erzeugen, sondern spielt früh mit offenen Karten.

Haunter

Aufmerksam sollte man dennoch sein, denn der Film wird nicht nur aus Sicht von Gespenst Lisa auf ungewöhnliche Weise erzählt, sondern auch auf verschiedenen Zeit- und Bewusstseinsebenen.
Dass das Werk trotz vielen Rätseln spannend und zuletzt auch nachvollziehbar bleibt, ist Vincenzo Natali (CUBE, SPLICE) zu verdanken, der wieder einmal unter Beweis stellt, dass er zu den besseren Regisseuren des fantastischen Films gehört und auch ohne großen Geldbeutel eine gute Geschichte erzählen kann, in der Grusel seinen Platz hat, wo aber Horror nicht erzwungen wird.

Haunter

Wenn aber das kanadische Aushängeschild Stephen McHattie (THE TALL MAN, EXIT HUMANITY, PONTYPOOL) einen sinisteren Eindringling gibt und damit in der Tradition des Chauffeurs aus LANDHAUS DER TOTEN SEELEN für Unwohlsein sorgt, darf man trotzdem mit Gänsehaut rechnen.
Seine Figur ist nicht nur für Lisa, sondern auch für die Lebendigen eine Gefahr, denn die Geschichte droht sich zu wiederholen.
Das Haus selbst ist dabei ein Gefängnis aus dem es kein Entkommen gibt und das mag man auch als Metapher für den Verstand deuten, was auch die Geheimgänge und Verstecke erklärt.

HAUNTER ist eindeutig ein Geisterhausfilm, aber keiner, der sich sofort selbst erklärt oder so viele Schocks platziert, dass jede Handlung ohnehin Nebensache ist.
Mit etwas Geduld erschließt sich hier aber ein gut gespielter Geheimtipp.

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