Review: HOUSE ON HAUNTED HILL (1999)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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6.5/10 (16)

Darsteller: Geoffrey Rush, Famke Janssen, Taye Diggs
Regie: William Malone
Drehbuch: Dick Beebe
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Ich habe HOUSE ON HAUNTED HILL gesehen als er im Kino lief und das ist 15 Jahre her. In meiner Erinnerung blieb nur die grobe Rahmenhandlung und dass ich den Film mittelmäßig fand, ohne dass ich genau hätte sagen können warum.

Da HOUSE ON HAUNTED HILL nun noch einmal neu aufgelegt wurde, war es nach immerhin rund 15 Jahren an der Zeit die Erinnerung aufzufrischen und womöglich die Einschätzung von damals zu revidieren.
Fünf einander unbekannte Menschen werden zur Party von Evelyn Price geladen, ohne recht zu wissen warum. Evelyn ist die Frau von Stephen Price, dem Erbauer von Freizeitparks, der nichts mehr liebt als andere auf makabre Weise zu erschrecken. Wie die Gäste erfahren müssen/dürfen, erhält jeder von ihnen eine Million Dollar, wenn er die Nacht überlebt. Das allerdings ist gar nicht so einfach, denn die gewaltige unheimliche Villa war eine ehemalige Irrensanstalt, was jeden vorzeitigen Abbruchversuch zunichtemacht, und entwickelt zudem ein tödliches Eigenleben.

house on haunted hill

Der Name Price ist nicht zufällig gewählt, sondern eine tiefe Verneigung vor Horrorlegende Vincent Price, dessen Äußeres Schauspieler Geoffrey Rush (FLUCH DER KARIBIK) auch gleich nachstellt. Vincent Price war es auch, der im Originalfilm von 1959 die Hauptrolle spielte. Der war noch in Schwarzweiß und natürlich kann man nach über 40 Jahren mal über ein Remake nachdenken.
Leider fiel die Neuverfilmung in eine Zeit um die Jahrtausendwende, als Studios zwar bereit waren mit DAS GEISTERSCHLOSS, 13 GEISTER oder eben THE HOUSE ON HAUNTED HILL teure Remakes mit namhaften Schauspielern zu realisieren, die aber von vorn herein dazu verdammt waren den Mainstream zu erreichen und dementsprechend auf Hochglanz poliert wurden.

House-on-the-Haunted-Hill 2

Dabei kann man nicht einmal behaupten, dass THE HOUSE ON HAUNTED HILL zahnlos wäre und der Film beginnt mit einem brutalen Aufstand in der psychiatrischen Klinik, der mich wundern ließ, weswegen ich ihn als mittelprächtig in Erinnerung hatte.
Nun, vielleicht wegen den unlogischen Grabenkämpfen zwischen Mr. und Mrs. Price, die den jeweils anderen gerne tot sehen würden. Oder weil sich Mr. Price zwar wundert, dass er die falschen Gäste eingeladen hat, aber trotzdem einfach sein Spiel durchzieht. Vor allem aber, weil die letze viertel Stunde nur noch aus schlechtem CGI besteht.

Im Bonusteil der Disc findet sich ein interessanter Vergleich zwischen dem Original und dem Remake und die Produzenten betonen gerne, dass man die Neuverfilmung deswegen initiierte, um den Fans moderne Effekte zu bieten. Zugegeben, das lebende Skelett im Film von 1959 sorgt seit 1970 nicht mehr für Gänsehaut, aber ich weiß nicht, ob es heute oder 1999 einen Horrorfan gab, der sich vor erkennbaren Computereffekten gruselt. Damals war das Thema aber wie das neue Spielzeug, das man als Kind nicht mehr aus der Hand legen will, auch wenn es die Eltern nervt. Über Minuten sehen wir wie ein dämlicher Pixelnebel unsere Helden verfolgt und die durchaus brauchbaren Momente davor runterzieht.

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Fällt der Film nun unter die Kategorie „modern“, weil Computer zum Einsatz kommen oder „klassisch“, weil stattliche Spukhäuser nun mal klassisch sind? Beides, und damit bewegt er sich zwischen allen Stühlen und ist weder Fisch noch Fleisch.

Andererseits ist wahrlich nicht alles übel. Die handgemachten Effekte sind gut in Szene gesetzt, die Kills blutig und Geoffrey Rush ist ein feiner Halb-Bösewicht und die Damen sehen immerhin gut aus.
Langweilig ist HOUSE ON HAUNTED HILL ebenfalls nicht, vermutlich werden aber wieder 15 Jahre vergehen, bis ich ihn das nächste Mal ansehe.

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