Review: HUSH – STILL (2016)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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9.3/10 (69)

Darsteller: Kate Siegel, John Gallagher Jr., Michael Trucco
Regie: Mike Flanagan
Drehbuch: Mike Flanagan, Kate Siegel
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Es ist das Jahr des Mike Flanagen.
Dass mit dem Regisseur zu rechnen sein würde, war Horrorfilm – Fans spätestens seit OCULUS klar. Dass er in diesem Jahr aber gleich drei Filme veröffentlichen würde, die allesamt überdurchschnittlich gute Kritiken abstauben, will schon was heißen.
Neben BEFORE I WAKE und OUIJA – ORIGIN OF EVIL ist HUSH also der Dritte im Bunde.
HUSH
Die taubstumme Schriftstellerin Maddie lebt alleine in einem abgelegenen Haus in den Wäldern. Selbst die nächsten Nachbarn sind außer Sichtweite. Als die junge Frau eines Abends versucht ein passendes Ende für ihren nächsten Roman zu finden, stellt sie fest, dass ein maskierter Fremder um ihr Haus schleicht…und nicht vorhat wieder zu gehen.

HUSH – STILL ist derzeit nur auf Netflix zu sehen, was überrascht, wenn man bedenkt, dass der ähnlich angelegte DON’T BREATHE es sogar auf einen Kinostart brachte.
Apropos, wer DON’T BREATHE mochte, sollte sich HUSH ebenfalls ansehen. Hier kehrt man zwar ins klassische Muster zurück, in dem die behinderte Bewohnerin Opfer und nicht Täter ist, einige Parallelen sind aber nicht von der Hand zu weisen.
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HUSH bewegt sich zwischen Home Invasion (obwohl der Widersacher die meiste Zeit ausgesperrt bleibt) und Slasher (obwohl der Bodycount gering ist und der Killer die Maske bei Zeit abnimmt), geht aber auch einfach als Psychothriller durch.
Um eine ausgefeilte Story machten sich Flanagan und Co-Autorin Kate Siegel, die auch die Hauptrolle spielt, nicht viele Gedanken.
Wir erfahren zwar, dass es offenbar einen Ex-Freund in Maddies Leben gibt, dem sie noch nachhängt, diese Spur verläuft aber ins Leere.
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Die Motive des Einbrechers sind hingegen noch unklarer. Er ist ein Mörder, das stellt der Film frühzeitig klar, aber mehr erfahren wir nicht. Er will Maddie nicht ausrauben, er will sie (trotz ein paar ähnlicher Ansätze wie in I SPIT ON YOUR GRAVE) nicht vergewaltigen, sondern begibt sich bewusst in ein Katz- und Maus-Spiel, bei dem Maddie im Haus festsitzt und er davor patrouilliert, obwohl er sich bereits hineingeschlichen hatte.
Psychologisch ist das Nonsens, dafür aber packend inszeniert.

Viele Personen tauchen im Film nicht auf. Primär geht es um Maddie und den Fremden, wobei sich das Opfer nach Kräften wehrt, immer wieder mit guten – und recht glaubwürdigen – Ideen aufwartet, aber durch ihre Gehörlosigkeit zusätzlich im Nachteil ist.

Leider versäumt es HUSH, dieses Detail weiter herauszuarbeiten. Die Taubheit spielt nur in wenigen Szenen eine echte Rolle, dem Betrachter wird die meiste Zeit das volle akustische Programm geboten, man hört also was ein Hörender hört. Einerseits würde ein Stummfilm manchen Zuschauer abschrecken, trotzdem wäre aus der Stille vielleicht zusätzliche Spannung zu ziehen gewesen.
Dies bleibt aber Geschmackssache und es ist nicht so als wäre HUSH nicht ohnehin spannend wäre.

Vor allem gegen Ende dreht man dann auch noch am Härtehebel und egal wer diese Nacht überlebt, ein ausgiebiger Klinikaufenthalt wird nicht ausbleiben.

Fazit: HUSH oder STILL ist klar einer der besseren Horrorfilme des Jahres…und trotzdem hat man das Gefühl, dass Potential verschenkt wurde. Das ist mal Jammern auf hohem Niveau.

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