Review: HYPOTHERMIA (2010)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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4/10 (8)

Darsteller: Michael Rooker, Blanche Baker
Regie: James Felix McKenney
Drehbuch: James Felix McKenney
Genre:
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HYPOTHERMIA nennt sich im deutschen Untertitel THE COLDEST PREY und die Anspielung auf die COLD PREY-Filme kommt natürlich an. Inhaltliche Nähe zu den norwegischen Slashern besteht allerdings nur in den frostigen Außentemperaturen, die über und in dem zugefrorenen See anzutreffen sind, an dem eine vierköpfige Familie zum Eisangeln geht.

Mit zwei weiteren Touristen, die mit viel Lärm die Idylle zerstören, arrangiert man sich gerade noch so eben, aber das Wesen, das unter dem Eis lauert, ist nicht nur hungrig, sondern wird von dem Krach auch noch angezogen.

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HYPOTHERMIA ist ein B-Film, der aber mit einem passablen Cast aufwarten kann. Familienvater Ray wird gespielt von Michael Rooker, den man aktuell vor allem als den fiesen Merle in THE WALKING DEAD kennt oder natürlich als Serienmörder Henry Lee Lucas in HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER.
In beiden Fällen ist er überzeugend genug, um auch in HYPOTHERMIA mit bösartigen Aktionen zu rechnen (die allerdings ausbleiben).
Seine Film-Ehefrau wird von Blanche Baker dargestellt, ebenfalls eine gestandene Schauspielerin, die unter anderem die Ruth Chandler in der Verfilmung von THE GIRL NEXT DOOR / EVIL verkörperte.
Die beiden geben vor allem in den ruhigen Momenten ein glaubhaftes Ehepaar ab.

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Wacklig wird es in Handlung und Acting immer dann, wenn Action aufkommt. Etwas leicht findet man sich mit der Tatsache ab, dass ein menschenfressendes Monster im See haust und auch die Gegenmaßnahmen wirken eher so, als hätte jemand Schnupfen und nicht den halben Arm verloren.
Auch sind sich die Figuren überraschend sicher, dass das Monster nie und nimmer durch die dünne Tür des wohnwagenartigen Baus kommen kann, in dem sie auf dem See Zuflucht suchen.

Während ein Film wie HYPOTHERMIA sicher keine komplexen Figuren benötigt, versucht man doch Tiefe anzudeuten, verliert unterwegs aber den roten Faden.
Wir erfahren beispielsweise, dass Sohn und Schwiegertochter nach Afrika gehen wollen, was eingangs mehr als einmal thematisiert wird, auf die Handlung aber keinen Einfluß hat.
Wohlwollend könnte man aber auch sagen, dass diese Entwicklung und andere Konflikte von der Bestie weggeknabbert wurden, bevor diese zur vollen Entfaltung kommen.

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Woher das Wesen kommt, bleibt im Übrigen unklar. Wir erfahren nur, dass es hungrig und amphib ist und seine Bisse eine Infektion verursachen. Optisch bewegt es sich zwischen Monster vom Amazonas und SM-Studio, zum Glück fiel das aber auch Autor und Regisseur James Felix McKenney auf, der sein Wesen immer nur kurz zeigt.

Für gewöhnlich werden im Filmfinale nochmal alle Register gezogen und ordentlich rangeklotzt, HYPOTHERMIA geht hingegen ganz anders vor (SPOILER) und bietet zum Abschluss eine Gesprächstherapie, die das Biest gelangweilt davonlaufen lässt.

Fazit: Kein großer Film, aber bis aufs Ende passabler Durchschnitt.

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