Review: IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN (1977)

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Redaktion: 4.0

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7.2/10 (136)

Darsteller: Joan Collins, Robert Lansing, John David Carson
Regie: Bert I. Gordon
Drehbuch: Jack Turley
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Genre: ,

Eine Geschichte von H.G. Wells? Joan Collins als Hauptdarstellerin? Und kaum jemand kennt den Film? Da stimmt doch was nicht.
Nun, IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN ist fast 40 Jahre alt. Das ist viel Zeit und mittlerweile dürften eine Fantastillion anderer Filme veröffentlicht worden sein. Entscheidender ist aber vielmehr, dass IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN Horror-Trash ist, dabei aber aus einer Zeit stammt, in der man Schrott weniger schätzte als heute.
in der gewalt riesenameisen
Worum es in dem Film geht kann man leicht dem Titel entnehmen: Joan Collins spielt eine Immobilienmaklerin, die ihre Kundschaft zu einem Bootsausflug einlädt, dabei aber den Plan verfolgt, ihnen Grundstücke anzudrehen. Dass das Land von atomaren Abfällen verseucht ist, hätte dabei wohl nur Langzeitfolgen. Dass die dort ansässigen Ameisen inzwischen aber menschengroß sind, bringt unerwartete Sorgen.in der gewalt riesenameisen joan collins

Mit FORMICULA gab es in der Filmgeschichte bereits Jahre zuvor gewaltige Ameisen und man mag argumentieren, dass der aus heutiger Sicht ebenfalls Defizite aufweist, zumindest nutzte er aber die in den 50ern gegebenen Möglichkeiten und passte in seine Epoche.
IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN stammt aus der Zeit von DAS OMEN, DER EXORZIST und Co. und wäre gerne so cool wie DER WEISSE HAI (bei dem er sich auch Teile der prägnanten Musik entliehen hat). Viele Filme der 70er sind auch heute noch präsent, weil sie auf Story und Stimmung, statt auf Effekte setzten. Regisseur Bert I. Gordon, der nach 25jähriger Schaffenspause zuletzt SECRETS OF A PSYCHOPATH abdrehte, geht aber einen anderen Weg und zeigt die 6-beinigen Krabbler oft und in Großaufnahme.

Teilweise hat er dabei einfach einen echten Ameisenhaufen herangezoomt und in seinen Film gebastelt, insbesondere bei den Angriffen kommen aber Puppen zum Einsatz. Die Nachbauten sind nicht allzu schlecht, die am Greenscreen entstandenen Effekte hingegen zu offensichtlich und wenn uns ein Blick durch die Facettenaugen der Tiere vorgegaukelt wird, entsteht auch weniger Schrecken als Gelächter.
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Ginge es hier ums nackte Überleben, würden Menschen, die mit Schlaghosen durchs Unterholz rennen, heute vielleicht trotzdem befremdlich aussehen, aber eigentlich kein größeres Problem darstellen. Es kommt aber der Punkt an dem klar wird, dass die Ameisen nicht nur menschenfressende Bestien sind, sondern wohlorganisiert wie Ameisen nun mal sind, die Menschen versklaven wollen.

Spätestens jetzt möchte man dem Film das Snickers reichen, das Joan Collins (die hier übrigens nicht weiter auffällt) Jahre später in der Werbung vertilgt. Weniger wäre eindeutig mehr gewesen.
Echte Trashliebhaber, die IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN bisher verschlafen haben, sollten aber unbedingt einen Blick riskieren.

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