Review: IN THE DARK (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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3.3/10 (4)

Darsteller: Tianna Nori, Mark Matechuk, Krista Madison
Regie: John Ainslie
Drehbuch: John Ainslie, Alyson Richards
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Joanna und Jeff sind gerade Eltern geworden. Während Jeff als Schauspieler von Casting zu Casting rennt, bleibt Joanna zuhause bei dem Baby, doch die junge Frau ist mit der Situation überfordert. Das Kind schreit in der neu bezogenen Wohnung immerzu, sie ist mit sich selbst unzufrieden und kann sie Jeff, der mit seiner Ex arbeitet, trauen?

Ja, das Leben einer Hausfrau und Mutter, sowie die oft angespannte Situation des Paares nehmen viel Platz in IN THE DARK und das klingt erst mal so spannend wie die Strickjacken, die Jeff im Laufe des Films aufträgt.

Aber wird die Angelegenheit packender, wenn man weiß, dass es ein Zimmer gibt, in dem die Vermieterin verschiedene Sachen lagert und das die Familie nicht betreten soll? Oder dass sich manchmal Türen öffnen und seltsame Geräusche zu hören sind? Oder aber, weil eine eigenartige Pennerin ums Haus schleicht?

Auf dem Papier wird aus dem Familienfilm damit schnell ein Grusler, de facto ist IN THE DARK, aber in der ersten Hälfte eine furchtbare Schlaftablette, der ohne Atmosphäre fast nur in dem kleinen Apartment spielt, das so aussieht als hätte man dafür die Wohnung eines Crewmitglieds annektiert und mit einigen unpassenden Möbeln und Accessoires eingerichtet. Dazu gesellt sich jenes belanglose Pianogeklimper, das (warum auch immer) so oft in kleinen Produktionen eingesetzt wird und weder gut klingt, noch Stimmung erzeugt.

Schauspielerisch ist auch nicht immer alles auf den Punkt und eine Szene wirkt auch in Sachen Synchronisation daneben. Seinen Tiefpunkt findet der Film aber als Jeff seine Ex unangemeldet mit nach Hause bringt und sich die Damen derart übertrieben und unmotiviert anzicken, dass man mal ein Wort mit dem Autor reden möchte.

Offen gestanden, hatte sich IN THE DARK in dem Moment bis auf 2,5 Punkte runtergearbeitet, ich hätte keinen Cent mehr auf ihn gewettet und hätte ich dieses Review nicht schreiben wollen, wohl einfach ausgeschaltet. Dann passiert aber etwas, was nicht zu erwarten war.

Zum einen wird aus der oft gesehenen Spuk-Story eine Reise in den Wahnsinn. Vor allem für Joanne, aber auch für den Zuschauer. Jeffs Ex-Freundin Alex verschwindet nachdem Joanne ihr in einem Traum etwas antut. Polizisten tauchen auf, suchen aber nicht Alex, sondern Joanne. In einem Tagebuch der Eigentümerin finden sich grimmige Details zur Geschichte der Vorbewohner und die Stimmung des Paares wird immer dunkler.

Hier muss man den Film und die Schauspieler dann doch ausdrücklich loben, denn die Streits zwischen Jeff und Joanne, die aus Kleinigkeiten eskalieren, sind zwar für den Beobachter nervig, aber auch glaubwürdig. Wir verstehen dabei insbesondere Joanne besser, die sich in der Wohnung unwohl fühlt, aber von ihrem Mann nicht ernst genommen wird. In eine ähnliche Kerbe schlägt das penetrante Klopfen der Nachbarn an die Wand. Es nervt, passt aber zur aufgekratzten Stimmung, die sich in der zweiten Filmhälfte einstellt.

Mehr als durchschnittlich wird IN THE DARK (Originaltitel: THE SUBLET) dadurch nicht mehr, denn auch wenn er an den unterbewerteten NEXT DOOR erinnert, erinnert er auch zu oft an ausgelutschte Haunted House Filme und die oben genannten Schwächen werden auch durch einige kreative Szenen nicht komplett aufgehoben. Allerdings ist der Film auch nicht die Katastrophe, die zu befürchten war und wer Mindtrips mit gemächlichem Aufbau zu schätzen weiß, darf hier einen Blick riskieren.

 

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