Review: IN THEIR SKIN (2012)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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6/10 (8)

Darsteller: Selma Blair, Joshua Close, James D'Arcy, Rachel Miner
Regie: Jeremy Power Regimbal
Drehbuch: Joshua Close , Justin Tyler Close, Jeremy Power Regimbal
Land:
Genre:

Home Invasion – Filme haben, ähnlich wie Rape & Revenge – Streifen, eine relativ enge Vorgabe des Inhalts. Überraschungen erwarten uns in der Story nur selten und trotzdem werfen beide Subgenres von Zeit zu Zeit ordentliche Beiträge auf den Markt.
Dass der Zuschauer trotz wiederkehrendem Schema daran Gefallen findet, dürfte auch damit zusammenhängen, dass wir uns in beiden Fällen gut in die Opfer hineinversetzen können und das Gezeigte meist greifbarer ist, als beispielsweise ein Angriff von Außerirdischen.

Aliens erwarten uns auch in IN THEIR SKIN nicht, nur Mark, Mary und Sohn Brendon, eine kleine Familie, die nach dem tragischen Tod der Tochter etwas Zeit in ihrem Landhaus verbringen möchte. Dass eine Nachbarsfamilie, ebenfalls aus Vater, Mutter und Sohn bestehend, plötzlich ungefragt vor der Tür steht und sich selbst zum Essen einlädt, kommt zunächst ungelegen, ist für die Hausbesitzer aber nicht weiter tragisch, aber die Eindringlinge haben nicht vor wieder zu gehen.

sie wollen dein leben

Ein wenig seltsam sind die drei Fremden ja schon, die einfach aus Nächstenliebe Holz vorbeibringen und das folgende Abendessen wirkt so gezwungen wie das letzte Zusammentreffen mit meiner Schwiegermutter. Man könnte den Drehbuchautoren vorwerfen, katastrophale Dialoge zu entwerfen, würde ihnen damit aber unrecht tun. Man kann den Gastgebern förmlich anmerken, dass sie nach weiteren Smalltalk-Phrasen suchen, wohingegen die Gäste nur selten die zur Frage passende Antwort geben und ihrerseits einige komische Dinge wissen möchten.

Trotzdem erscheinen Bobby, Jane und Jared auf den ersten Blick eher wie sozial inkompetente Landbewohner als brutale Psychos…wie man sich täuschen kann. Dass sich die nachbarschaftliche Freundlichkeit in eine finstere Richtung entwickelt, war abzusehen, auf die Motive der Trios gibt aber das DVD-Cover einen Hinweis:
die unerwünschten Gäste wollen so sein wie Mark, Mary und Brendon und nehmen es mit Recherche ernst. Aus aufdringlichen Fragen wird später eine explizitere Art des Anschauungsunterrichts.
In-Their-Skin 2

Nun ist aber festzuhalten, dass eine erkennbare Absicht noch keinen guten Grund ergibt. Es muss schon mehr als eine Schraube locker sitzen, wenn jemand in das Haus eines anderen geht, dessen Leben übernimmt und glaubt er käme damit mehr als ein paar Tage durch.
Sei’s drum, soweit kommen wir nicht. Die Handlung konzentriert sich auf einen Tag.
in their skin

Zu den Klassikern des Home Invasion – Genres kann IN THEIR SKIN nicht aufschließen. Dafür fehlt es an Spannung von ILS/THEM, der Durchschlagskraft von KIDNAPPED und der Perfidität von FUNNY GAMES.
Die Figuren sind ebenfalls nicht immer überzeugend, die schauspielerische Leistung – u.a. Selma Blair (HELLBOY) , Josh Close (DER EXORZISMUS VON EMILY ROSE) – ist aber solide geraten. Bestes Beispiel ist vielleicht Jane, gespielt von Rachel Miner (PENNY DREADFUL), deren Darstellung eines einfältigen Dummchens, das sich sogar bei seinen Opfern entschuldigt, grundsätzlich gelungen ist. Es ist aber schwer zu glauben, dass sie überhaupt die richtige dafür wäre, mehr als einen Ladendiebstahl durchzuziehen.

Fazit: Trotz einiger Schwächen, kann man sich IN THEIR SKIN gut ansehen und die Tagline „Sie wollen dein Leben“ ist hier wörtlich zu nehmen.

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