Review: INSIDE (2016)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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5/10 (2)

Darsteller: Rachel Nichols, Laura Harring, Ben Temple, Gillian Apter, Andrea Tivadar, Craig Stevenson
Regie: Miguel Ángel Vivas
Drehbuch: Jaume Balagueró, Manu Díez, Miguel Ángel Vivas
Länge: 89 Minuten
Land: ,
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Veröffentlichung: 07.10.16 (Premiere), 24.08.2018 (DVD/BluRay)
Verleih/ Vertrieb: Alive - Vertrieb und Marketing
FSK: ab 16

Remakes. Die Geister scheiden sich an ihnen. Manche Remakes rücken die Geschichte des Originals in die heutige Zeit (CARRIE) andere scheinen nur den Schauort in die USA zu verlegen (RING). Als bekannt wurde, dass INSIDE (2007) von Julien Maury und Alexandre Bustillo ein Remake bekommen würde, war die Empörung teils groß – immerhin gilt der Film mehr oder weniger als moderner Klassiker. Nichtsdestotrotz wurde der Film mit Regisseur Miguel Ángel Vivas 2016 gedreht und 2018 endgültig veröffentlicht.

Inhalt von INSIDE

Die schwangere Sarah und ihr Mann sind in einen Autounfall verwickelt, in dem der Mann stirbt.
Später ist die nun hochschwangere Sarah Heiligabend allein in ihrem Haus. Als plötzlich eine fremde Frau anklopft und um Einlass bittet, schickt Sarah sie weg und ruft die Polizei. Die Polizei kann niemanden finden, aber die Frau kommt wieder und diesmal auch in das Haus…

Resümee zu INSIDE

Das Remake zu INSIDE ist, anders als das Original, ab 16 freigegeben. Wo in dem Film von Maury und Bustillo einiges an Gore zu sehen war, spart das Remake an Extremität. Natürlich sollte ein Film nicht nur an dem Maß an Gewalt und deren Explizitheit gemessen werden, aber wenn ein Film dermaßen einschneidend – pun intended – war, wie der Original von 2007, lässt sich ein Vergleich nicht umgehen. Wohlgemerkt, die Version von 2007 war zudem auch an Spannung kaum zu übertreffen, was zu einer sehr gelungenen Kombination geführt hat. Die Spannung kann das Remake teilweise ebenfalls aufbauen… leider immer wieder unterbrochen durch unfreiwillig komische Momente.

INSIDE ist kein eins zu eins Remake. Einige Dinge wurden verändert, manche sehr. Beispielsweise ist Sarah seit dem Unfall hörgeschädigt und nutzt ein Hörgerät, was stellenweise sehr an STILL (2016) erinnert. Anscheinend war die Ausgangssituation noch nicht aufregend genug und es sollte ein weiterer Faktor für Spannung eingebaut werden. Auch die Vorgehensweise von der Frau ist anders. Während sie im Original ohne Erbarmen versucht an das noch ungeborene Kind zu kommen, geht sie im Remake zunächst beinah vorsichtig vor und sagt immer wieder, dass sie Sarah doch nur helfen möchte. Das ändert den Charakter sehr und lässt sie manchmal etwas lächerlich wirken, das Ende tut sein übriges dazu.

Wenn man nun nicht das Original von INSIDE kennt, könnte man der Neuauflage sicherlich einige ihrer Fehler verzeihen. Einige Stellen sind sehr spannend und die unheimliche Atmosphäre der Frau ist vor allem zu Beginn gut eingefangen. Aber leider kann das nicht das übertriebene und beinahe kitschige Ende ausgleichen. Kleiner Spoiler: es gibt ein komplett anderes Ende, als im schonungslosen Original. Außerdem verhalten die Charaktere sich zum Teil sehr fragwürdig. Als Beispiel sei der Polizist erwähnt, der anscheinend vergessen hat, dass zu seiner Ausrüstung auch eine Pistole gehört.

Das Remake von INSIDE ist nicht nur schlecht. Allerdings lässt es einiges von der Spannung und Kreativität des Originals vermissen. Wer die Vorlage nicht kennt, mag womöglich mehr Spaß an dem Film haben. Zudem stellt sich natürlich die Frage, weshalb ein Film, der zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal zehn Jahre alt war, ein Remake braucht. Durch die Änderung des Endes verliert der Film viel an seiner Kompromisslosigkeit und lässt einen wegen der Kitschigkeit trotzdem ein wenig sprachlos zurück.

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