Review: JERUZALEM (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

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4/10 (1)

Darsteller: Yael Grobglas, Yon Tumarkin, Danielle Jadelyn
Regie: Doron Paz, Yoav Paz
Drehbuch: Doron Paz, Yoav Paz
Land:
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Erinnert ihr euch an die 5 Minuten, als Smart Glasses total angesagt waren?
Die Macher von JERUZALEM haben diesen Moment eingefangen und liefern hier einen Found Footage Film mit High Tech Brille…

Nach dem Tod ihres Bruders reist Sarah mit Freundin Rachel nach Israel. Die beiden jungen Damen finden schnell Anschluss und alles deutet auf einen Klasse Urlaub hin, doch dann breitet sich ein alttestamentarischer Fluch in Jerusalem aus und die Stadt wird vom Militär abgeriegelt.

Inzwischen muss man wohl wirklich respektieren, dass der Found Footage Film immer wieder neue Medien findet, um sich darzustellen. Das alleine macht aber noch keine gute Story und hier fehlte es ja meistens in der jüngeren Vergangenheit.
Auch das was wir in JERUZALEM zu sehen bekommen, gab es bereits einige Male und der Film kommt wie eine Mischung aus CLOVERFIELD und AFFLICTED daher, also ein actionreicher Wackelkamerastreifen mit Urlaubsfeeling und großen Monstern.

Held des Films ist aber besagte Brille und anfangs könnte man meinen JERUZALEM sei ein Werbevideo, denn was das Gadget leistet, kann sich sehen lassen.
Was davon realistisch ist, kann der Autor dieser Zeilen nur bedingt abschätzen, aber dass die Gesichtserkennung nur dann greift, wenn‘s in den Kram passt, ist womöglich zu viel des Guten.
Andererseits spielen hier geflügelte Dämonen eine Rolle, wir wollen es mit Realismus also nicht zu genau nehmen.

Dass der Film nicht von einem Brillenhersteller gesponsort wurde, zeigt sich übrigens im weiteren Verlauf, wo das Gerät diverse Funktionsfehler aufweist. Die Kartenfunktion versagt natürlich genau dann, wenn sie am nötigsten wäre.

Blickt man einmal über den Brillenrand hinaus, stellt man fest, dass Israel aufgrund seiner Geschichte und Religionsvielfalt perfekt geeignet ist, um einen okkult angehauchten Horrorfilm zu beherbergen, weswegen die Kulissen auch passen.
Die Spannungen der verschiedenen Kulturen und Bevölkerungsgruppen werden angerissen, aber letztlich so oberflächlich, dass es auch das minderjährige Zielpublikum versteht, dem politische Untertöne –vor allem im Rahmen eines Horrorfilms – aber reichlich schnuppe sein dürfte.

So kommt es dann, dass JERUZALEM zwar nettes Tempo und modischen Schnickschnack bietet, es aber niemandem so recht machen kann…
Wobei, wenn ihr zu den Menschen gehört, die während des Weltuntergangs mit Smart-Brille rumrennt, werdet ihr den Film lieben.

Übrigens: der Film selbst ist ab 16 freigegeben, die Disc dank ihres Bonusmaterials aber ab 18

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