Review: JURASSIC MONSTER

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Redaktion: 2

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2.5/10 (8)

Darsteller: Charlotte Lilt, Lisa Palenica, Robin Daniel Egan
Regie: Lisa Palenica
Drehbuch: Carlos Perez
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Wir wissen alle, dass der wahre Grund von Kopfschmerzen und Übelkeit nach einer Sauftour darin besteht, beschissene Einfälle und blöde Filmideen aus unserer Erinnerung zu tilgen und unsere Seelen durch die Schmerzen von 100000 Nadelstichen zu reinigen. Einfach, damit wir weiterhin ein gutes und bescheidenes Leben führen können. Lisa Palenica scheint allerdings dieses evolutionäre Enzym zu fehlen und so konnte sie eine Idee, die sich wirklich nur am Tresen einer Bar gut anhören kann, mit einer derartigen Hartnäckigkeit verfolgen, dass daraus am Ende dieser 83 minütige Zeitfresser namens JURASSIC MONSTER entstehen konnte.

Zwei Navy-Seals müssen einen Koffer bergen, der sich auf einer einsamen Insel befindet. Zunächst entdecken sie jedoch einen Camcorder. Die Aufnahmen machen 90% des Films aus und zeigen ein paar College-Studenten, die irgendwie Party machen, dann mit dem Flugzeug abstürzen, sich dann gegenseitig anschreien und dann von Dinosauriern angegriffen werden. Alle anderen Inhaltsangaben zu diesem Film sind einfach gelogen.

Den Anfang dieser Lügenkampagne macht dann auch direkt das Cover. Zugegebenermaßen wäre ein ehrliches Titelbild – mit zwei Soldaten, die auf einen Laptop starren – auch nicht sehr verkaufsfördernd. Dass diese Schummelei keine Seltenheit ist, haben wir bereits in einem Special investigativ zusammengetragen.

Vielleicht kennt der eine oder andere Trash-Freund die Regisseurin Lisa Palenica aus ISIS UND OSIRIS – ARMEE DER FINSTERNIS. Wen es dort nicht gestört hat, dass die titelgebende ‚Armee der Finsternis‘ niemals im Film auftaucht, der wird sich bei JURASSIC MONSTER sogar freuen können: ein paar Mal sieht man animierte Saurier. An den Stellen, an denen diese Dinos spartanisch eingesetzt werden, passt das sogar ganz gut und man könnte sich – mit einigem Wohlwollen – auch ein paar Szenen herausgreifen und sagen: „Hey, das sieht gar nicht so schlecht aus!“ Leider färben aber die restlichen 82,5 Minuten etwas auf die ambitionierteren Szenen ab und so schafft man den ganzen Film nur mit großem Pflichtbewusstsein für seinen Chefredakteur.

Der Film gibt uns eigentlich keine Chance ihn zu mögen. Selbst wenn man Trash kategorisch geil findet, kann man mit JURASSIC MONSTER wahrscheinlich wenig anfangen. Er hat einfach nichts, was irgendeinen Zuschauer außerhalb des Produktionsteams interessieren könnte. Das liegt auch daran, dass hier versucht wird ‚untrashige‘ Elemente, wie beispielsweise eine spannende Gruppendynamik der Überlebenden zu entwickeln. Da braucht es gerade bei einer Produktion mit begrenzen finanziellen und schauspielerischen Möglichkeiten ein gutes Maß an Kreativität. Für JURASSIC MONSTER hat sich dann allerdings der womöglich unkreativste Mensch der Welt Gedanken gemacht und die waren halt für die Tonne.

Ein Aspekt an JURASSIC MONSTER trägt jedoch zur Ehrenrettung bei und das verdient auch das ein oder andere Pünktchen in der Bewertung. Der Film verweigert so konsequent jegliche Art von gutem Bildmaterial, dass es für Found-Footage schon eine tragische Komik mit sich bringt wenn so ziemlich jedes wichtige Ereignis einfach nicht von der Kamera aufgenommen wird. Ob nun die absolut verkackte Sexszene, bei der man nur einen (männlichen) Fuß zucken sieht oder die Abwesenheit der Cam, weil man sie als Lichtquelle für den Weg aufs Klo gebraucht hat, während ein Monster gerade den Rest der Gruppe aufmischt. Das ist witzig und verdient ein leichtes zucken der Mundwinkel, macht den Film aber natürlich nicht besser.

 

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