Review: KENTUCKY FRIED ZOMBIES (2009)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5

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4/10 (8)

Darsteller: Joshua Grote, Liesel Kopp, Parker Quinn
Regie: Patrick Horvath
Drehbuch: Patrick Horvath
Land:
Genre:

Namen sind Schall und Rauch, daher wollen wir uns an dieser Stelle nicht über den unpassenden deutschen Filmtitel KENTUCKY FRIED ZOMBIES aufregen. Im Original heißt der Film übrigens DIE-NER (GET IT?) – auch nicht viel besser.
Interessanter ist schon der Vergleich auf dem DVD-Cover, der von einer Mischung aus PULP FICTION und ZOMBIELAND spricht. Bekanntermaßen neigen Cover zu Übertreibungen, prinzipiell liegt man damit aber gar nicht so verkehrt.

Kentucky Fried Zombies

Der Serienmörder Ken kehrt spät abends in ein Diner ein. Er ist der einzige Gast. Die Kellnerin und der Koch tötet er nach einem gemütlichen Plausch kaltblütig, bevor er aber verschwinden kann, betritt ein Pärchen mit Beziehungsproblemen das Lokal und kurz darauf auch noch die örtliche Polizei. Während Ken seine Haut retten will und vorgibt selbst in dem Diner zu arbeiten, stehen plötzlich die Ermordeten wieder auf…
In jedem Fall muss man dem Film zugestehen einen ungewöhnlichen Ansatz zu wählen. Zwar erfahren wir weder warum es zu einem Zombieausbruch kommt, noch Details über Kens Beweggründe, können aber in Rückblenden eine Vorgeschichte ausmachen und die Kombination aus beiden Gefahrenquellen ist allemal interessant.

Kentucky Fried Zombies

Für einen Zombiefilm ist KENTUCKY FRIED ZOMBIES überraschend dialoglastig und nicht jedes Gespräch behandelt die Existenz von wandelnden Leichen, sondern ist mitunter auf amüsante Art und Weise sinnfrei.
Keine Frage, Regisseur Patrick Horvarth hat manchen Tarantino-Streifen gesehen, was auch der bunte Vorspann belegt. Fast unnötig zu erwähnen, dass nicht jeder Dialog ein Feuerwerk ist, denn Horvarth ist einerseits nun mal nicht Tarantino, andererseits weisen selbst dessen Konversationen hin und wieder Längen auf. Eine gewisse Liebe zum Detail kann man hier aber durchaus entdecken.

Kentucky Fried Zombies

Die Untoten machen natürlich wie gewohnt ihr Ding, sind aber eher gemütliche Vertreter, die man auch schon mal mit genügend Klebeband ruhig stellen kann. Dafür sind sie – anders als die meisten ihrer filmischen Verwandten – nicht völlig auszuschalten. Selbst ein Nagel durchs Gehirn bringt keinen Erfolg.

An der Effektefront wird wenig geboten, was weiter verwundert, denn mit 500.000$ war das Budget gar nicht so gering, dass man nicht einen begabten Maskenbildner für einige blutige Momente hätte bezahlen können. Vielleicht gehörte aber auch das zur Idee Horvarths und so erleben wir manche Übergriffe entweder Offscreen, aus ungünstigem Winkel oder dürfen nur das Ergebnis, aber nicht die Ausführung begutachten.

KENTUCKY FRIED ZOMBIES wird weder das Serienmörder- noch das Zombie-Genre revolutionieren, die knappen 75 Minuten Laufzeit kann man sich für einen interessanten Indie-Film aber durchaus gönnen.

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