Review: KIDNAPPING STELLA (2019)

kidnapping stella
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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7/10 (1)

Darsteller: Jella Haase, Clemens Schick, Max von der Groeben
Regie: Thomas Sieben
Drehbuch: Thomas Sieben
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 12.07.2019 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

Oft wird über die amerikanische Unart hergezogen, ausländische Filme nach wenigen Jahren neu zu verfilmen. Nun, was man in Amiland kann, können die Deutschen auch und KIDNAPPING STELLA, der exklusiv auf Netflix läuft, ist ein Remake des hier 2011 erschienenen DIE ENTFÜHRUNG DER ALICE CREED.

Story:
Stellas Vater ist reich, deswegen wird sie eines Tages von der Straße weg entführt und findet sich an ein Bett gefesselt in einer heruntergekommenen Wohnung wieder.
Die Kidnapper wollen 4 Millionen € erpressen, doch zum einen hat ihr Vater kein Interesse zu bezahlen, zum anderen bestehen zwischen den beiden Entführern und ihrem Opfer unerwartete Verbindungen….kidnapping stella von der gröben

KIDNAPPING STELLA ist wie das Original ein Kammerspiel, das aus eben jenen drei Personen besteht und sonst nur noch ein paar Statisten nutzt. Donnernde Action wird damit kaum geboten und das wird nicht jedem gefallen.
Allerdings muss natürlich auch die Frage gestattet sein, ob man diese Neuverfilmung überhaupt benötigt.

Einerseits ja, denn DIE ENTFÜHRUNG DER ALICE CREED ging trotz prominenter Besetzung (Gemma Arterton, Eddie Marsan, Martin Compston ) und cleverer Story in Sachen Bekanntheitsgrad ziemlich unter.
Andererseits wurde wenig variiert und wenn doch nicht unbedingt zum Besseren.Kidnapping_Stella_schick

Sieht man KIDNAPPING STELLA für sich und zieht keine Vergleiche, ist er eine spannende Angelegenheit. Die Location und Kameraarbeit sitzen und auch hier bedient man sich namhafter Schauspieler.
Clemens Schick kennt man u.a. aus DAS FINSTERE TAL oder POINT BREAK und der gibt -auch dank eines stechenden Blicks- einen guten Bösewicht. Jella Haase und Max von der Groeben standen hingegen in den FACK JU GÖHTE – Streifen gemeinsam vor der Kamera und gaben dort zwei der Prolo-Kids.
Allzu weit scheint Jella, in ihrer Rolle eine notorische Lügnerin, von dieser Figur gar nicht entfernt. Problematischer ist aber, dass ihr Schauspiel des Öfteren nicht überzeugt.
Kollege von der Gröben macht das besser. Seine Rolle des jüngeren, unsicheren Entführers Tom, der (SPOILER) seine Ex-Freundin entführt, nimmt man ihm ab.

Da keiner der Charaktere sonderlich sympathisch ist, kommt Tom auch am ehesten der Part der Hauptfigur zu, der sich zwischen dem harten, aber auch väterlichen Kontrollfreak Vic und der verängstigten und dennoch durchtriebenen Stella zurechtfinden muss, was in vielen kleinen Momenten mündet, in denen er versucht, das ein oder andere Geheimnis zu verbergen.
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Achtung weitere Spoiler: Zieht man doch ein paar Vergleiche, fällt auf, dass Stellas Part weiter in den Hintergrund rückt.
Auch fehlt dem deutschen Film die sexuelle Komponente des britischen Originals. Dass Gemma Arterton mehr Nacktheit zeigte, trug nur wenig zur Story bei, sehr wohl aber die homosexuelle Beziehung ihrer Kidnapper, die im deutschen Film höchstens in kleinen Gesten angedeutet wird.

Gemeinsam haben beide Filme, dass sie vom Spiel der Figuren miteinander (und gegeneinander) leben, wo keiner dem anderen traut und keiner die Wahrheit oder seine Vermutungen ausspricht.

Am Ende des Tages ist KIDNAPPING STELLA ein anständiger Film, den zwar kein Mensch braucht, der aber allemal auf das (etwas bessere) Original aufmerksam macht.

 

 

 

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