Review: KILLER INK (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.0

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3.3/10 (32)

Darsteller: Robert LaSardo, Sara Fabel, Jordan James Smith
Regie: Devon Downs, Kenny Gage
Drehbuch: Devon Downs, Kenny Gage
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Wenn es jemals eine Rolle gab, die Robert LaSardo auf den Leib geschrieben wurde, dann wohl diese. Der ganzkörpertätowierte Schauspieler gibt einen Tätowierer, der in Litauen seinen Kunden unter die Haut geht (wir entschuldigen uns schon jetzt für die mauen Wortspiele).

LaSardos Liebe zur gestochenen Haut ist also echt und da er zudem ordentlich spielen kann, ist er der Lichtblick in einem ansonsten hohlen Streifen, den man in der Tradition von HOSTEL sehen mag oder aber einfach als doofes Brutalofilmchen.

Gemein haben Eli Roth‘ Torture-Frühwerk und KILLER INK jedenfalls die osteuropäische Lage, in die es feierwütige US-Jugendliche verschlägt, sowie die sexy Lockvögel, eine Straßengang einheimischer Kids und natürlich eine Menge Gewalt.

Die Story ist damit im Wesentlichen geklärt: 6 Freunde machen in Vilnius Party. Einer wird von einer tätowierten Schönheit ver- und entführt, seine Freundin kommt gleich mit und will sich als Souvenir ein Tattoo stechen lassen und beide werden nicht mehr gesehen. Die Zurückgebliebenen machen sich auf die Suche und die Leichen beginnen sich zu stapeln.
killer ink parlor
Damit ist im Grunde nichts verkehrt, denn mit diesen tumben Grundzutaten, kann man immer noch ein durchschnittliches Ergebnis erzielen, wenn denn wenigstens etwas Mühe zu erkennen wäre.
Wenn ein Film aber nur aus einer Aneinanderreihung von Klischees besteht, wird’s mit der Bewertung eng.

Wer gerne mal einen hebt, sollte sich immer dann, wenn jemand „Fuck you“ oder „Lauf“ sagt, einen Schnaps genehmigen und wird am Ende von KILLER INK betrunken sein. Viel mehr Dialog braucht es aber auch nicht, um der kruden Story um Menschenhauthändler zu folgen. Die Kunstwerke, die auf der Haut verewigt werden, sehen leider aus, als wäre ein 8jähriger in den Wassermalkasten gefallen, fügen sich damit aber nahtlos ins handwerkliche Geschick der Filmemacher.
Die Schnitte wirken unrund (und dabei sprechen wir noch nicht einmal über die zensurbedingten Cuts), die Kameraarbeit schwankt zwischen anspruchsvollen Momenten und Urlaubsvideo und die schauspielerische Arbeit ist belanglos.killer ink

Größter Schandfleck ist aber das Drehbuch.
Was tut beispielsweise jemand, der glaubt gerade den finsteren Tattoo-Shop gefunden zu haben, in dem die Freunde gefangen gehalten werden? Klar, man geht auf Einladung des Betreibers in den Keller. Was soll schon passieren?
Am Ende erwarten uns noch zwei seltendumme Twists, die aber eigentlich auch nicht mehr ins Gewicht fallen, weil zu diesem Zeitpunkt klar ist, dass nichts einen Sinn ergeben muss.

Immerhin ist KILLER INK mit ein paar derben Szenen ausgestattet, die es auch durch die Auflagen der FSK geschafft haben, das alleine kann dieses uninspirierte Machwerk aber nicht mehr retten.

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