Review: KINGDOM (Serie) (2019)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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8/10 (2)

Darsteller: Ju Ji-hoon, Ryu Seung-ryong, Bae Doona, Kim Sang-ho
Regie: Kim Seong-hun
Drehbuch: Kim Eun-hee
Länge: 6 Folgen á ca. 50 min
Freigabe: 16
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 2019
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

Dass Südkorea gut mit Zombies kann, hat sich bereits 2016 mit dem viel gelobten TRAIN TO BUSAN gezeigt. Nun verdanken wir der Netflix-Produktion KINGDOM einen weiteren Ausflug in das immer weiter wachsende Zombie-Universum. Die sechsteilige Serie basiert auf einer Comicreihe im südkoreanischen Stil, sogenannten Manhwas, und führt uns in eine spätere Phase des koreanischen Mittelalters, zur Zeit der Joseon-Dynastie. Jedoch sind die zeitlichen Rahmenbedingungen relativ vage gehalten und auch die Machtverhältnisse im Land entsprechen mehr der Fiktion, als historischen Begebenheiten. Aber darum soll es schließlich auch nicht gehen.

Die Serie bringt ein wenig frischen Wind in das Genre, da es eine intelligent gesponnene Mischung aus Palastintrige und Zombieapokalypse aufbietet, die vor allem dadurch überzeugend wirkt, dass beide Aspekte organisch miteinander verknüpft sind. So ist beispielsweise recht schnell klar, dass der Ausbruch der Krankheit, welche die Menschen in fleischfressende Amokläufer verwandelt, eine ungewollte Folge einer Verschwörung ist, mit welcher der herrschende Clan seine Macht im Staat sichern will. Wie immer, wenn solche ungewollten Konsequenzen entstehen, wird auch in diesem Fall die Hauptlast der Katastrophe zunächst von den Ärmsten der Gesellschaft getragen. Da die Serie offensichtlich auf mehr als eine Staffel ausgelegt ist, soll hier jedoch nicht zu viel verraten werden.

Wie die meisten aktuellen Serienproduktionen, baut auch diese auf einer Fülle verschiedener Handlungsstränge und Rückblenden auf, die immer wieder zusammenführen und mal besser, mal schlechter verknüpft sind. Im Großen und Ganzen ist die Erzählstruktur recht glaubhaft konstruiert, wobei man gelegentlich ein paar neue Aspekte vermisst. Im Bereich des Storytelling wird das Rad also nicht gerade neu erfunden. Jedoch, es mag zwar ein altes Rad sein, es fährt jedoch solide. Langeweile kommt eigentlich nicht auf und obwohl der Verlauf der Geschichte wenig überrascht, will man doch sehen, wie es weitergeht.

Ein wenig störend ist vor allem die Gestaltung mancher Charaktere. Zu häufig treten altbekannte Klischees auf. Der Held der Geschichte ist ein Kronprinz, welcher scheinbar als einziger Machthaber im Land das Volk nicht verachtet und so offensichtlich gut ist, dass er weniger sympathisch, als eindimensional erscheint. Ähnliches gilt für einen Großteil seiner Gegenspieler, die sich entweder als das Klischee des diabolisch-machtgierigen Intriganten, oder des weinerlich-bückligen Feiglings herausstellen. Zur Verteidigung sollte man aber wahrscheinlich einwenden, dass es sich um die erste Staffel handelt und somit Spielraum für zukünftige Entwicklungen der Charaktere gegeben sind.

Ähnlich wie in TRAIN TO BUSAN und WORLD WAR Z geht die große Gefahr durch die Zombies vor allem von ihrer großen Masse aus, sowie ihrer Geschwindigkeit und die Schnelligkeit der Infektion. Zwischen Biss und Verwandlung vergehen nur Sekunden. Der neue Aspekt im Leben eines Zombies ist hier allerdings, dass sie ausschließlich nachtaktiv zu sein scheinen und während des Tages (scheinbar) zu „normalen“ Toten werden.

Fazit:
Das Zombie-Genre wird mit KINGDOM zwar nicht revolutioniert, wer sich aber nach der unübersichtlichen Menge postapokalyptischer Zombiefilme und -serien im Stile von WALKING DEAD nach einem Szenenwechsel sehnt, wird hier gut bedient. Und auch wenn die Geschichte nichts grundlegend Neues zu bieten hat, bleibt die Spannung durchweg auf einem soliden Niveau und wird durch gelegentliche Plot-Twists immer wieder vorangetrieben. In Anbetracht der Tatsache, dass es tatsächlich sehr schwer ist, in diesem Subgenre noch etwas wirklich Neues zu schaffen, bietet KINGDOM gute Unterhaltung in einem erfrischend anderen Setting.

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