Review: LAVENDER (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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5/10 (1)

Darsteller: Abbie Cornish, Lola Flanery, Dermot Mulroney, Justin Long, Diego Klattenhoff, Peyton Kennedy
Regie: Ed Gass-Donnelly
Drehbuch: Ed Gass-Donnelly, Colin Frizzell
Länge: 92 Minuten
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 04.04.2017
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

LAVENDER ist ein Film über Gedächtnisverlust und die Schwierigkeiten die verlorenen Erinnerungen wieder zu finden. Regisseur Ed Gass-Donnelly hat Filme wie THE LAST EXORCISM 2: THE BEGINNING OF THE END oder SMALL TOWN MURDER SONGS gedreht, die durchaus gemischte Kritiken bekommen haben. Stellt sich die Frage, ob LAVENDER sich von den vielen anderen Filmen über Amnesie absetzen und überzeugen kann.
Nebenbei sei erwähnt, dass LAVENDER einer der Filme ist, die statt einem Kinodebüt zu bekommen direkt bei Netflix gelandet sind

Inhalt von LAVENDER

Die Fotografin Jane hat einen Autounfall und leidet als Folge an Gedächtnisverlust. Außerdem entdecken die Ärzte während der vielen Untersuchungen, dass sie bereits früher eine schwere Schädelverletzung erlitten hat. Sie kann sich an nichts erinnern und auf Rat eines Psychologen macht sie sich gemeinsam mit Tochter und Mann in ihr früheres Zuhause auf, um in der eigenen Vergangenheit zu forschen. Dabei stößt sie auf beunruhigende Dinge…

Resümee zu LAVENDER

Der 92-minütige Film lässt sich Zeit, um in die eigentliche Handlung einzutauchen. Zeit, die genutzt werden könnte, um die Charaktere einzuführen. Ein wenig geschieht das auch: Wir lernen, dass Janes Mann sie betrogen hat und es deswegen Konflikte gibt. Außerdem zeigt sich schnell, dass die Tochter nervig ist. Und im Grunde wartet man die erste Viertelstunde auf den angekündigten Autounfall, damit die Geschichte endlich losgeht. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Film.

Nach der (zu) langen Einführung beginnt dann der Teil des Films, in dem man nicht weiß, ob es ein Geisterfilm wird oder ob Jane Wahnvorstellungen hat. Das könnte sehr spannend sein, ist es aber nicht. Es tauchen Kinder auf und verschwinden wieder, irgendwie weiß man, dass da etwas nicht stimmt, aber um sich Gedanken drum zu machen, ist LAVENDER einfach nicht mitreißend genug. Es wird versucht durch Musik und Akkustik Spannung zu erzeugen, was nach einiger Zeit aber anstrengend wird und natürlich verrät, das gleich etwas „Unvorhergesehenes“ passieren wird.

Die Schauspieler*innen sind okay. Sehr wahrscheinlich machen die Darstellenden das Beste aus der Story, aber wenn die Charaktere einfach nicht mitreißend gestaltet sind, kann auch schauspielerische Leistung nicht mehr viel retten. Alle Schauspieler*innen – die Kinder aufgrund ihres Alters ausgenommen – haben bereits viel Erfahrung gesammelt und sich einen Namen gemacht. Allen voran wahrscheinlich Justin Long (TUSK), der in seiner Rolle aber auch nicht überzeugen kann.
Die filmerische Leistung von LAVENDER ist im Grunde solide. Die meisten Szenen sind gut und plausibel gedreht. Allerdings werden zu Anfang und während des Autounfalls Techniken genutzt, die man eher in einem Kunstfilm, als diesem Film erwarten würde. Das wirkt leider ein wenig deplatziert und so als wollte der Regisseur zeigen, dass er auch kunstvolle Effekte verwirklichen kann.

Kann LAVENDER nun eine neue Perspektive bei Filmen über Amnesie einbringen? Sehr bedingt. Die Auflösung gab es in dieser Form schon in anderen Filmen. Neu ist vielleicht, dass ein gewisser Genremix stattfindet, der aber leider nicht überzeugen kann. LAVENDER ist kein schlechter Film, aber Werke wie MEMENTO oder BUTTERFLY EFFECT haben die Problematik mit Gedächtnisverlust eindeutig spannender und gekonnter umgesetzt.

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