Review: MACHIAVILLAIN (Spiel)

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Redaktion: 5.0

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Als letzten Monat das PC-/Konsolen-Spiel AGONY auf den Markt kam, geschah das mit einigem Wirbel. Das Teil sah sexy aus, ließ aber viele enttäuschte Spieler zurück.
Ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen, erschien etwa zur gleichen Zeit MACHIAVILLAIN.

Beide Spiele haben gemeinsam, dass sie über Crowdfunding finanziert wurden und dem Horrorgenre zuzuordnen sind, dennoch liegen Welten dazwischen.
Wo sich AGONY als ernster Ego-Trip durch die Hölle gibt, darf man sich in MACHIAVILLAIN selbst als Evil Overlord fühlen, der seine Helfer sammeln, jagen und schlachten lässt.

Wer es gerne ernst mag, erfährt spätestens mit dem Prolog, wo man mit lustig animierten Horrorfiguren im Wartezimmer sitzt, dass MACHIAVILLAIN zwar auf bekannte Genrevertreter setzt, aber – wäre es ein Film – eher als Gruselkomödie angelegt ist.

In der Folge geht es darum ein kleines Team aus Schreckgestalten (Mumie, Vampir etc.) anzuheuern, die jeweils ihre Eigenarten mitbringen (Vampire arbeiten z.B ungern in der Sonne), Ressourcen abzubauen, Raum für Raum eine Villa zu bauen und unbedarfte Opfer anzulocken, die man schlachten kann.
Nun soll einerseits die Villa wachsen, die Gehilfen satt und zufrieden sein und andere Aufgaben bewältigt werden, während man nicht die Aufmerksamkeit der fackel- und heugabeltragenden Bevölkerung auf sich ziehen sollte.

Auch wenn hier Unschuldige dem bösen Zweck geopfert werden und hin und wieder radioaktive Spinnen abgewehrt werden müssen, hat das was von familienfreundlichen Aufbauspielen à la SIEDLER- und ANNO- Reihe. Und so richtig böse ist MACHIAVILLAIN eben nicht, was auch an der wenig detailreichen und abstrakten Comic-Grafik liegt.

Das ist nicht weiter schlimm, problematischer ist es schon einen Fuß in die Tür zu kriegen, sprich erst mal zu verstehen, was das Spiel vom Spieler will. Da gibt es zwar viele hübsche Buttons, aber wenig Anleitung und das was vorhanden ist, muss schwierig erlesen werden. So ist es mühsam ins Geschehen zu kommen und gelingt dies doch, mangelt es an Highlights, die kontinuierlichen Spielspaß gewähren.

Einerseits sammeln sich liebevolle Ideen, wie eine Lampe, die man einbauen kann, um durch das Licht die Opfer in vermeintliche Sicherheit zu wiegen, aber was bringen Details, wenn es am Groben klemmt? Das Game wirkt teilweise unfertig und es wäre wünschenswert, dass man die Entwicklung fortsetzt.

Fazit: MACHIA VILLAIN ist ein „kleines“ Spiel, dessen Grundgedanke spaßig ist und das für schmales Geld auf Steam erworben werden kann. Für Zwischendurch ist das OK, enormen Spielspaß sollte man aber nicht erwarten.

 

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