Review: MINDSCAPE (2013)

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Redaktion: 8.0

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7.3/10 (68)

Darsteller: Mark Strong, Taissa Farmiga, Brian Cox
Regie: Jorge Dorado
Drehbuch: Guy Holmes
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Wenn euch der Titel MINDSCAPE an DREAMSCAPE erinnert, darf ich euch zu eurem detektivischen Gespür und eurem Filmgeschmack gratulieren, denn der 1984 entstandene DREAMSCAPE mit Dennis Quaid und Max von Sydow ist ein mehr als anständiger Sci-Fi-Thriller, den kaum jemand kennt.
Dort geht es darum in die Träume von anderen Menschen einzusteigen und auch wenn es in MINDSCAPE keine Träume sondern Erinnerungen sind, ist eine gewisse inhaltliche Verwandtschaft nicht von der Hand zu weisen.

mindscape jorge dorado

John arbeitet für eine Firma, die die Vergangenheit von Menschen erforscht, indem sie sich direkt in deren Erinnerungen einklinkt. Nach dem Tod seiner Frau, nahm er sich eine Auszeit, doch nun zwingen ihn finanzielle Nöte zurück in den Dienst und seine erste Klientin ist die 16-jährige Anna, die auf einem noblen Anwesen im goldenen Käfig wohnt und sich im Hungerstreik befindet.
Eigentlich soll sie John mit Hilfe seiner Begabung nur wieder dazu bewegen zu essen, doch dann tun sich mehr Abgründe auf, als der Therapeut erwartet hatte.

Dass namhafte US-Schauspieler in spanischen Produktionen mitwirken, ist inzwischen nicht mehr ungewöhnlich (siehe BURIED, GRAND PIANO), für Kevin Strong, der den John spielt, dürfte das Angebot seiner ersten Hauptrolle besonders reizvoll gewesen sein. Man kann zwar argumentieren, dass er äußerlich eher wie der Mann fürs Grobe aussieht, sein Schauspiel geht aber durchaus in Ordnung.
Gruselfans werden auch Anna sofort wiedererkennen. Taissa Farmiga ist in AMERICAN HORROR STORY eine bekannte Größe. Hier gibt sie eine Teenager-Femme-Fatale, deren Intentionen lange im Dunkel bleiben. Ist sie Täterin oder Opfer? Kann John ihr vertrauen? Kann sie ihren Erinnerungen trauen?

Mindscape 2

MINDSCAPE einen Mindfuck zu nennen, wäre übertrieben, denn der Film ist trotz verschiedener (gelungener) Wendungen stets nachvollziehbar, man darf aber von einem cleveren Thriller sprechen.
Dabei sind die besten Momente diejenigen in denen John in Annas Gehirn herumwühlt und ein gewisses Interesse für Psychologie sollte vielleicht auch der Zuschauer mitbringen. Quietschende Reifen und Feuersäulen bietet der Film jedenfalls nicht und auch keinen Schlachthaus-Look.

mindscape

Wer den einen oder anderen Film vergleichbarer Machart gesehen hat, wird im Laufe der Story gewisse Erwartungen entwickeln. Klar, entweder Anna ist die Gute oder Anna ist die Böse und gleich wie es endet, man kann sich vorm Bildschirm auf die Schulter klopfen, weil‘s man ja wusste.
Umso besser dass es MINDSCAPE trotzdem mit Leichtigkeit ins Ziel schafft, ohne über offensichtliche Klischees zu stolpern.

Fazit: MINDSCAPE ist (wie DREAMSCAPE)der typische Film, den jeder übersieht. Macht den Fehler nicht, schaut euch beide an!

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