Review: MISSING (2013)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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6.5/10 (24)

Darsteller: Anthony Montgomery, Ian Sinclair, Brina Palencia
Regie: Brad Osborne
Drehbuch: Eric Vale
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Genre: ,

Verschwörungstheoretiker aufgepasst: wenn ihr euch sicher seid, dass Menschen nie auf dem Mond waren, Elvis in eurer Nachbarschaft wohnt und das World Trade Center von alleine umgefallen ist, dann nehmt mal den Aluhut ab und schaut euch MISSING an!

Der beginnt mit einer ungewöhnlichen Situation: in einem Flugzeug erwachen 7 Menschen, die weder wissen wo sie sind, noch wie sie in die Maschine gelangten. Kontakt zu den Piloten ist ebenfalls nicht möglich, aber über ein Handy findet die Gruppe heraus, dass die USA angegriffen wurden, viele Städte in Trümmern liegen und sie das Flugzeug offenbar evakuieren soll.

Chariot brad osborne

Soweit so gut, doch natürlich finden wir in einem Film wie diesem unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Intentionen und unterschiedlichen Stimmungslagen. Das wird deutlich, als sich einer von ihnen unmittelbar nach dem Erwachen seiner Flugangst bewusst wird und sich auf der Toilette einschließt.
Anderenorts herrscht Misstrauen, ist doch sogar der US-Verkehrsminister mit an Bord, zudem eine Regierungsbeamtin, aber auch ein einfacher Truckerfahrer.
Und als ob das Chaos noch nicht groß genug wäre, stellt die Gruppe fest, dass auch eine Leiche mit ihnen reist.

Stück für Stück wird die Wahrheit aufgedröselt und klarer, warum wer in der Maschine ist. Es formen sich Koalitionen (insbesondere wenn es darum geht ins Cockpit vorzudringen) und entstehen Feindschaften (weitere Leichen kommen hinzu).

missing 2015
Die Ausgangssituation des Films erinnert an Stephen Kings LANGOLIERS, es sei aber so viel verraten, dass Zeitlöcher oder andere übernatürliche Phänomene keinen Platz haben, sondern vor allem die Frage im Raum steht, wem man vertrauen kann. Das Thema war in den 90ern und 00er Jahren groß, wurde damals auf verschiedene Weise immer wieder in Filmen und Serien verbacken, aber in den letzten Jahren weniger oft bemüht, so dass es hier nicht ungelegen kommt.

Mit Horror hat das natürlich wenig zu tun, es ist aber auch nicht so, dass MISSING ein hochgeschlossener Politthriller wäre oder vorgibt auf Tatsachen zu beruhen. Vielmehr greift er einige Vorkommnisse der jüngeren US-Geschichte auf, um die sich Mythen ranken. 9/11 findet Erwähnung, aber auch das weniger bekannte Verschwinden einer Boeing in Angola.

Was dann doch wieder an LANGOLIERS erinnert, ist die handwerkliche Qualität, die sich auf TV-Movie-Niveau bewegt. Nicht wirklich übel, nicht wirklich toll. Das Bild etwas blass, die Synchronisation so naja.

Fazit: Mit ein paar Abstrichen ist MISSING ein unterhaltsames Rätselraten zwischen Mystery und Conspiracy und da wir als Zuschauer nie mehr sehen und wissen als die Menschen an Bord, fällt es leicht dran zu bleiben. Wo sollen wir auch hin? Aussteigen in 36000 Fuß Höhe geht nicht.

 

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