Review: NIGHT OF THE LIVING DEB (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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4/10 (4)

Darsteller: Maria Thayer, Michael Cassidy, Julie Brister
Regie: Kyle Rankin
Drehbuch: Andy Selsor
Genre: Komödie/Groteske Zombie
Land: USA,
FSK: ab 16

Eigentlich wollte Deb nur den netten Ryan an der Bar kennenlernen. Das nächste was sie weiß, ist dass sie in seinem Bett aufwacht und er sie schnell wieder vor die Türe bekommen will. Die Frage was in dieser Nacht geschah ist aber weit weniger wichtig, als die, warum plötzlich Zombies durch die Straßen laufen.

Entfernt erinnert NIGHT OF THE LIVING DEB an SHAUN OF THE DEAD und das nicht nur aufgrund des Titels, der typischen Zombiefilm mit Vornamen der Hauptfigur paart.
Humor steht hier eindeutig im Vordergrund, dazu gibt es einen gewissen Romantikanteil. Deb ist wie Shaun leicht vertrottelt und dass die Untoten die Stadt über Nacht überrannt haben, bemerken beide eher zufällig.

Das soll aber nicht bedeuten, dass NIGHT OF THE LIVING DEB in der gleichen Liga spielt.
Wo die Briten auf trockenen, schwarzen Humor mit vielen Anspielungen setzten, wirkt diese US-Produktion so, als würde jemand einen Witz erzählen und nach der Pointe mühsam erklären.
Das reicht für ein Schmunzeln, schallendes Gelächter bleibt aufgrund mangelhaften Timings aber eher aus.

Da rettet auch die überzogene Mimik von Hauptdarstellerin Maria Thayer wenig, die im Film ganz offensichtlich das nerdige Girl sein soll, mit der man Pferde stehlen kann. Dass sie dabei manchmal nervt, liegt wohl in der Natur ihrer Rolle, die dauerhaften Annäherungsversuche an Ryan missfallen aber doch irgendwann, zumal man als Zuschauer nie so recht erfährt, was genau in dieser Nacht geschah.
Quasi-Gegenspielerin ist die geldgeile Verlobte ihres Angebeteten. All das ist simpel gehalten, das ändert sich auch damit nicht, dass weitere Familienmitglieder eine Rolle spielen.

Zum Beispiel Ray Wise (AGGRESSION SCALE, HOW TO CATCH A MONSTER, EXCISION) der Ryans Vater mimt und (Oh Zufall) mehr über den Zombieausbruch sagen kann. Wise taucht zwar häufiger in mittelmäßigen Filmen auf, spielt aber im Normalfall sehr anständig. So auch diesmal, wo er eindeutig der talentierteste Schauspieler ist und im Gegensatz zu einigen Kollegen versteht, dass man nicht permanent herumblödeln muss, um lustig zu sein.

Wer einen harten Zombiefilm sein Eigen nennen will, wird vermutlich nicht zu einer Komödie greifen, trotzdem sind manche Kills nett geraten, andere bestehen aus den allseits bekannten Ausweidungs- oder Zombie-kommt-aus-dem-Nichts-Szenen. Die herumlaufenden Leichen wissen hingegen selbst nicht so richtig, ob sie schnell oder langsam sein wollen und passen sich offenbar einfach dem Drehbuch bzw. der jeweiligen Szene an.

NIGHT OF THE LIVING DEB versucht wirklich deine Sympathie zu erhaschen. Er will genau wie Deb gemocht werden und versucht es wie Deb leider zu angestrengt. Für einen alkoholisierten One-Night-Stand ist dagegen nichts zu sagen, aber vermutlich könnt ihr euch am Morgen danach ebenfalls nicht mehr erinnern, warum ihr eingeschaltet habt.

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