Review: NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN!

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

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5.3/10 (3)

Darsteller: Maggie Q, Will Kemp, Sylvester McCoy
Darsteller: Jonathan Hopkins
Darsteller: Richard Hobley, Jonathan Hopkins
Länge: 83 min
Veröffentlichung: 05. April 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
Genre: Okkultes/Dämonen/Exorzismus
Land: USA,
FSK: ab 16

Hollywood wird zwar immer wieder als Traumfabrik bezeichnet, für lange Jahre schien aber Freddy Krueger das Monopol auf Alpträume zu haben. Erst nachdem der in den verdienten Ruhestand (?)  ging und die Doku THE NIGHTMARE den Begriff Schlafparalyse in den Fokus nahm, folgte einer kleine Welle mit Filmen, die sich mit unangenehmen Träumen beschäftigten. Nach Werken wie DEAD AWAKE oder BEFORE I WAKE tritt nun auch NIGHTMARE – SCHLAF NICHT EIN! in diese Fußstapfen.

Story:
Als Kind verlor Alice ihren Bruder, der während eines bösen Traums aus dem Fenster stürzte.
Inzwischen ist sie erwachsen und beschäftigt sich als Ärztin selbst mit dem Schwerpunkt Schlaf.
Als sich eine Familie an sie wendet, bei der Vater, Mutter und Tochter unter Schlafwandeln leiden, während der Sohn der von Schlafparalyse geplagt wird, ahnt Alice noch nicht, dass dies ihr schwierigster Fall wird und sie sich der gleichen Gefahr stellen muss, die ihr schon ihren Bruder nahm.

Man merkt NIGHTMARE an, dass eine gewisse Recherche hinter den verarbeiteten Ansätzen steckt. So wird der Film durch eine Reihe historischer Gemälde (z.B. Johann Heirich Füsslis DER NACHTMAHR) eingeleitet und auch die gezeigten Alpträume dürfte mancher Zuschauer aus eigener Erfahrung kennen.
Andererseits wirken aber gerade die Ärzte nicht real, sondern wie Schauspieler, die Ärzte spielen ohne sich selbst tiefer mit der Materie beschäftigt zu haben. In einer Szene scheint sich nicht einmal die Figur der Ärztin zuvor mit ihrem Fachgebiet beschäftigt zu haben und wirkt erstaunt, dass es so etwas wie Schlafparalyse gibt.
Und da wir gerade über die Charaktere sprachen: besonders unangenehm fällt die Figur des Großvaters eines Krankenhausangestellten auf, der
a) nahezu aus dem Nichts erscheint
b) sofort alles Wesentliche weiß
c) unglaubwürdig gespielt wird.

Schlafwandeln, Alpträume, Schlafparalyse…selbst die Schlaf-Doktorin nickt dauernd ein und von allem wird etwas geboten, ohne aber tiefer einzusteigen.
Eigentlich nicht so wild, denn immerhin haben wir es immer noch mit einem Horrorfilm, nicht mit einem medizinischen Fachvortrag zu tun, ein Stück weit zieht sich diese Oberflächlichkeit aber durch das gesamte Werk.
Die Schauspieler sind ok, aber nicht überragend; die Story ist nicht langweilig, aber mit ein paar Hängern vorgetragen; Kameraarbeit, Effekte usw. alles solide, aber nie so gut, dass etwas hängenbliebe.

Am deutlichsten werden die Defizite womöglich in den Gruselszenen, die ihre Wirkung nicht verfehlen, schielt man aber mal auf den Kollegen James Wan, war dessen INSIDIOUS, der ebenfalls das Thema Schlafparalyse andeutete, sicherlich der beeindruckendere Film, wohingegen NIGHTMARE sich nicht zu schade ist, noch mal den alten Spiegelschränkchen-Schock zu bringen.

Vielleicht sollte man im Hinterkopf behalten, dass Regisseur/Autor Jonathan Hopkins wie auch Co-Autor Richard Hobley hier ihren ersten Langfilm produzierten. Einige Probleme lassen sich damit sicher der Unerfahrenheit des Gespanns zuordnen, was dem Käufer des Films am Ende aber egal sein dürfte.

Glücklicherweise ist längst nicht alles schlecht, was uns hier vorgesetzt wird, aber wie oben schon erwähnt, ist NIGHTMARE kein Streifen, der sich ins Langzeitgedächtnis fräsen wird.

 

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