Review: OPEN HOUSE (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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3.7/10 (13)

Darsteller: Dylan Minnette, Piercey Dalton, Patricia Bethune
Regie: Matt Angel, Suzanne Coote
Drehbuch: Matt Angel, Suzanne Coote
Land:
Genre:

Nach dem Tod des Vaters wird das Geld für Logan und seine Mutter Naomi knapp. Als seine Tante den beiden anbietet in ihr Ferienhaus zu ziehen, bis dieses verkauft wird, nehmen sie gezwungenermaßen an, auch wenn der Makler immer wieder Kaufinteressenten durch das hübsche, aber abgelegene Haus führt.
In der Kleinstadt werden die beiden freundlich empfangen, aber irgendwann drängt sich der Verdacht auf, dass sie nicht alleine im Haus sind…

Nächtliche Anrufe (bei denen aber niemand antwortet); verrückte Einrichtung; eine Heizung die immer dann ausfällt, wenn Naomi duscht….niemand ist im Haus zu finden, aber die Verdachtsmomente sind da, was natürlich auch dazu führt, dass sich die beiden, deren Psyche ohnehin angeschlagen ist, irgendwann nicht mehr vertrauen.

Man mag OPEN HOUSE ins Home Invasion – Subgenre stecken, was definitiv nicht falsch ist, allerdings ist der Film näher an THE UNINVITED GUEST, wo sich jemand längere Zeit im Haus versteckt hält, als an THE STRANGERS, wo recht schnell Gewalt regiert.

Das führt dazu, dass wir die Figuren ausführlich vorgestellt bekommen und glücklicherweise geschieht das mit glaubwürdigen Darstellern.
Dylan Minette, der Logan spielt, hat sich im Genre bereits einen Namen gemacht (LET ME IN, DON’T BREATHE, PRISONERS) und zählt zu den aufstrebenden Jungstars. Die Rolle seiner Mutter spielt Piercey Dalton, die bisher vor allem in Kurzfilmen auftrat.

Unerfahrenheit ist es auch, was man dem Regie-/Autorengespann  Matt Angel und Suzanne Coote vorwerfen kann, die es zwar einerseits schaffen interessante Figuren und behutsam steigernde Spannung zu etablieren und man sich zwischendurch als Zuschauer fragt, ob die ganze Sache einen doppelten Boden hat, andererseits schaffen es die beiden nicht ihre Sache zu Ende zu bringen.

Ab hier folgen einige Spoiler:
Das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Sohn, die Trauer um den Vater und etwas das im Haus vor sich geht. Für einige Zeit fühlt man sich entfernt an BABADOOK erinnert (und für die Hasser: sogar ohne nerviges Kind). Da wäre es gar nicht verwunderlich gewesen, wenn sich am Ende herausgestellt hätte, dass der vermeintliche Eindringling lediglich ein Abbild der Trauer ist….
Wer weiß, vielleicht war das sogar vorgesehen, bevor irgendein Produzent die Hand hob und mit den Worten „Das versteht doch wieder keiner, wir müssen was fürs dumme Volk machen“ alles zunichtemachte.

So ist das Filmfinale nicht nur gewöhnlicher ausgefallen, sondern lässt zudem auch eine vernünftige Aufklärung vermissen. Weder Motiv noch Täter werden deutlich und da bleibt am Ende die Frage: wieso das alles.
Die gleiche Frage müssen sich auch die Filmemacher gefallen lassen.

Dafür, dass 2/3 von OPEN HOUSE einen überdurchschnittlichen Eindruck hinterließen, hat er sich einige Punkte verdient. Der letzte Akt ist aber ein Tritt in die Weichteile und zieht den Gesamteindruck schwer nach unten.

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