Review: PASSAGIER 23 (2018)

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Redaktion: 5.0

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Darsteller: Lucas Gregorowicz, Oliver Mommsen, Kim Riedle
Regie: Alexander Dierbach
Drehbuch: Sebastian Fitzek, Miriam Rechel
Länge: 120 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 25. Januar 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universum
FSK: ab 12

Es gibt wohl keinen Bücherladen, der nicht einige Romane von Sebastian Fitzek im Regal stehen hat und der Berliner gehörte in den letzten Jahren zu den meistverkauften Autoren in Deutschland.
Da wundert es, dass vor 2018 nur einer der Romane verfilmt wurde. 2018 waren es hingegen gleich vier und PASSAGIER wurde als Fernsehfilm für RTL produziert, erschien etwa 6 Wochen nach der Ausstrahlung aber auch als DVD.

Story:
Polizeipsychologe Martin Schwarz hat vor fünf Jahren seine Frau und seinen Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff verloren. Beide verschwanden spurlos, was Martin in ein Loch warf.
Als er einen Anruf erhält, dass wieder eine Mutter mit Kind auf der Überfahrt von Southampton nach New York verschwanden, das Mädchen aber traumatisiert nach 14 Tagen wieder auftauchte, begibt sich Martin an Bord des Schiffes.

PASSAGIER 23 ist typischer Fitzek-Stoff.
Angesiedelt im Umfeld von Psychologen/Psychiatern, Vergangenheitsbewältigung und Kindesmissbrauch. Es wird mysteriös, wenn der Entführer in verklausulierten Hinweisen spricht und wenn man Entführungsopfer in einem tiefen Loch sitzen sieht, erinnert das auch etwas an DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER oder SAW.

Im speziellen Fall von PASSAGIER 23 kommt natürlich noch das klassische Krimielement der Marke MORD IM ORIENTEXPRESS oder TOD AUF DEM NIL hinzu, bei denen der kluge Detektiv während der Reise den Mörder finden muss…auch wenn der Ermittler hier ein Alkoholproblem hat und per Handy Kontakt in die Heimat hält.

Konkret: Anouk, das Kind, das sich nun in der Obhut des Schiffpersonals befindet, redet kein Wort, sticht aber schon mal mit Buntstiften auf seine Krankenschwester ein und schreibt mit Blut chiffrierte Nachrichten auf den Boden.
Währenddessen erfährt der Zuschauer, dass die zugehörige Mutter in einem brunnenartigen Loch sitzt, wo der Bösewicht einen Monitor vor ihr aufgebaut hat, auf dem er sie z.B. fragt, was das schlimmste ist, was sie je getan hat.
Das weckt Interesse, ist aber umständlicher als es sein muss. Sicher, Blut ist spektakulärer als Buntstifte, aber auch einfach Effekthascherei.

Für einen Fernsehfilm ist PASSAGIER 23 solide inszeniert, wurde an Bord eines realen Kreuzfahrtschiffs gedreht und DAS TRAUMSCHIFF sieht anders aus. Hier werden nicht nur Einblicke in die düsteren Räumlichkeiten eines Luxusliners gegeben, auch das Thema Selbstmord an Bord, das 2018 zwischen Dreh und Ausstrahlung ebenfalls in den Nachrichten war, wird aufgegriffen.

Problematisch bleibt aber die Geschichte selbst, die den 120 Minuten Laufzeit nicht standhält und (ACHTUNG SPOILER) am Ende noch mal eine Wendung einbaut, bei der vom wahren Täter abgelenkt wird, indem der ohne Not hilft seinen Komplizen zu überwältigen.
Warum? Das weiß nur der Film und Sebastian Fitzek.

 

 

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