Review: PRESENCE – ES IST HIER (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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Darsteller: Jed Brophy, Jeffrey Thomas, Laura Petersen
Regie: Jason Stutter
Drehbuch: Kevin Stevens, Jason Stutter
Länge: 82 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 04. Oktober 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 16

Für gewöhnlich beginnen Haunted House – Filme damit, dass eine Familie in ein älteres Gebäude zieht und bald übernatürliche Erfahrungen macht.
PRESENCE – ES IST HIER spart diesen Teil komplett aus und steigt ein, nachdem die Familie Hals über Kopf wieder ausgezogen ist.

Im Auftrag der Versicherung sollen Liam und Scott das entlegene Haus mit modernem Equipment auf wissenschaftliche Art untersuchen. Zur Unterstützung begleitet sie Medium Holly.
Zwei Technik-Nerds und eine Geister-Tussi also, die naturgemäß unterschiedlich an die Aufgabe herantreten und unterschiedliche Charaktere mit sich bringen.
Trotzdem scheinen sich die drei zu respektieren und so richten sie sich darauf ein, einige Tage in dem heruntergekommenen Haus zu verbringen.

Holly spürt anfangs nichts und die Geräte schlagen nicht an, aber das ändert sich rasch. Erwartungsgemäß reagieren bald die Bewegungsmelder und Wind-/Erdstöße erschüttern das Gebäude.

PRESENCE ist ein „slow burner“, der zunächst wenige aufdringliche Effekte einsetzt, sondern die Schauspieler spielen lässt. Hier und da wackelt ein Kronleuchter oder ähnliches, massive Schocks bleiben aber aus.
Als beinahe einziger Schauplatz dient das kleine Haus, was dem Streifen nicht nur eine kammerspielartige Stimmung verleiht, sondern leider öfters auch nach Studio aussieht (insbesondere die Beleuchtung).
Es ist daher nicht verkehrt, von einem „kleinen“ Film zu sprechen, der mit überschaubaren Möglichkeiten auskommen muss und daher Vergleichen mit Filmen wie INSIDIOUS und CONJURING nicht standhalten kann. Nicht in Sachen Budget, nicht in Sachen Technik und Handwerk, allerdings auch nicht in Sachen Ernsthaftigkeit. PRESENCE macht nicht den Anschein extra-böse sein zu wollen und das steht ihm recht gut.

Womöglich liegt es an seiner neuseeländischen Herkunft, wo man Horror traditionell gerne mit einem Augenzwinkern betrachtet. Allerdings sollte man sich nichts vormachen: PRESENCE, der im Original THE DEAD ROOM heißt, hat nicht den Irrwitz oder das Tempo von 5 ZIMMER KÜCHE SARG, HOUSEBOUND oder gar BRAINDEAD.

Die Based-on-a-true-story-Karte wird nicht offiziell gezogen, es ist aber zu lesen, dass sich die Erschaffer an einer urbanen Legende bedienten, die ein Farmhaus in Otago, Neuseeland betrifft.
Nun, das macht die Sache weder besser noch schlechter, wobei ein paar Eigen-/Besonderheiten dem Ganzen gut gestanden hätten.
Zwar hält die Geschichte einen passablen Twist parat, Superlative wird dafür aber niemand bemühen.

So ist PRESENCE einfach Durchschnitt und sollte in Kürze wieder vergessen sein.
Eins muss aber auch gesagt werden: der Film ist lange nicht so mies wie das unterirdische Krabbeltisch-Cover.

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