Review: RAINING BLOOD (2014)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 1.0

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1.8/10 (13)

Darsteller: Asami, Yuka Eda, Akiko Ikuina
Regie: Noboru Iguchi
Drehbuch: Noboru Iguchi
Land:
Genre: ,

Ein oder zwei Mal im Jahr habe ich Heißhunger auf japanisches Essen, stelle mich ans All-you-can-eat-Sushi-Band und bereue meine Gefräßigkeit hinterher.
Ein oder zwei Mal im Jahr habe ich richtig Lust auf japanische Trashfilme, lege die Disc in den Player und bereue auch das meistens.

Dabei sieht RAINING BLOOD zunächst vielversprechend aus. Ein Filmtitel wie ein Slayer-Song, auf dem Cover eine junge Dame mit Kettensägen statt Händen und eine Geschichte, die auf einem Roman beruht und sich gut anhört.

raining blood raivu

Naoto erfährt, dass seine Mutter entführt wurde. Um sie zu retten, zwingen ihn die Kidnapper per Video an einem Todes-Marathon teilzunehmen. Aber er ist nicht der einzige Teilnehmer. Auch den anderen wurden geliebte Menschen geraubt.
Nur wer gewinnt, kann er seine Angehörigen retten, doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen die Mitspieler und gegen die Gefahren, die von den „Veranstaltern“ eingebaut wurden.

Das klingt etwas nach TODESMARSCH von Stephen King, etwas nach RUNNING MAN (ebenfalls auf Basis von King) oder auch THE HUMAN RACE und bietet viel Platz für mit- und gegeneinander.
Hieraus hätte also was werden können und dass mit Absurditäten zu rechnen ist, dürfte auch jedem klar sein, die Albernheiten, die RAINING BLOOD raushaut, sind trotzdem zu viel des Guten.

Was sollen etwa die bescheuerten Killerinnen, die im Bikini auf Rollschuhen herumfahren und Pfeile aus einer Miniarmbrust abschießen, damit aber kein Scheunentor treffen?
Warum auch? Unsere Helden sind so blöd, dass sie meist durch selbstverschuldete Unfälle sterben, wo im Fitnessstudio die Köpfe unter massiven Gewichten zerquetscht oder sie mit einem Seil um den Hals im Aufzug steckenbleiben.

Bei Blähungen ein Buch zur Hand nehmen, den Kopf auf Metall legen und die freie Hand in die Unterwäsche stecken

Bei Blähungen ein Buch zur Hand nehmen, den Kopf auf Metall legen und die freie Hand in die Unterwäsche stecken

Ich verstehe auch, dass anzügliche Upskirt-Einstellungen Teil des japanischen Kinos sein mögen, finde daran aber wenig Gefallen, vor allem wenn man diese unmotiviert einbaut um auf Teufel komm raus junge Ärsche in weißer Unterwäsche zu zeigen. Diese Form des Altherrenwitzes sollte doch allmählich überholt sein.

Ansonsten scheint Regisseur Noboru Iguchi (MACHINE GIRL) am Eurokino der 70er Freude zu finden.
Da stehen Gesichtsentgleisungen a la Louis de Funes neben funny Dialogen wie „Du bist echt ein verrücktes Huhn“ und das alles wird durch wirre Jazz-Klänge unterlegt.
Natürlich kann nicht gesagt werden, wieviel davon auf die Kappe der deutschen Synchronisation geht, die nicht nur wiederholt asynchron ist, sondern auch mit albern verstellten Stimmen aufwartet.

Face no more

Face no more

Man mag sich RAINING BLOOD damit schönreden, dass er immerhin blutig ist, aber nur dann, wenn man auf hässliche Computereffekte steht.

Wie immer bei Trash-Filmen ist es schwer eine Bewertung abzugeben, denn hier ist des einen Freud des anderen Leids. Ich kann aber sagen, dass ich schwer unter RAINING BLOOD gelitten habe und nur dieses Review mich davon abgehalten hat vorzeitig abzuschalten.

Fazit: Igitt!

 

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