Review: REVENGE FOR JOLLY (2012)

Revenge for Jolly
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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5.1/10 (29)

Darsteller: Brian Petsos, Kristen Wiig, Elijah Wood
Regie: Chadd Harbold
Drehbuch: Brian Petsos
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Der Titel deutet es an, es geht um Rache. Regelmäßig ziehen im Kino geschändete Frauen gegen ihre Vergewaltiger in den Krieg, Männer rächen ihre Frauen, ihre Kinder, ihre Familien. Alles Mögliche wird gerächt, aber nur selten trifft es den besten Freund des Menschen.

Dass das geht hat Jack Ketchum mit RED gezeigt und auch Jolly ist eine kleine Hündin, die das Ein und Alles für den Kleinspurganoven Harry darstellt. Doch als er eines Tages nach Hause kommt, findet er Jolly ermordet auf. Zusammen mit Cousin Cecil lädt er den Kofferraum voller Knarren und macht sich auf den Schuldigen zu finden.

Revenge for Jolly

Tier- und insbesondere Hundefreunde werden keine Probleme haben Harrys Vorgehen grundsätzlich nachzuvollziehen, obwohl man sagen muss, dass Weiß-Gott nicht jeder Tote, der seinen Weg pflastert, diese Strafe auch verdient hat. Obwohl es einen einzelnen Täter gibt, endet nahezu jede Szenerie in der Harry und Cecil aufschlagen tödlich und da reicht es schon mal, dass ein harmloser Barkeeper etwas sagt wie: „Es war doch nur ein Hund“…für einen solchen Spruch hätten ein paar ausgeschlagene Zähne sicher auch gereicht.

Revenge for Jolly

Der Barkeeper ist übrigens Elijah Wood, nur einer von zahlreichen namhaften Schauspielern, die sich für eine (Neben-)rolle in dieser Indie-Groteske einfinden. Cecil wird von Oscar Isaac (DRIVE) gespielt, Adam Brody kennt man aus RING oder JENNIFER’S BODY, Ryan Phillippe spielte in FLAGS OF OUR FATHERS und DER MANDANT… gerade Hauptfigur Harry wird von einem weitestgehend unbekannten Mimen verkörpert: Brian Petsos, der auch das Drehbuch schrieb und hier mit fragwürdiger Frisur antritt.

Revenge for Jolly

Schauspielerisch kann man sich bei Petsos nicht beklagen, das Buch hätte aber etwas mehr Würze vertragen können. REVENGE FOR JOLLY wandelt entfernt auf der Spur der Coen-Brüder, baut die eine oder andere Absurdität ein, schießt alles über den Haufen (darunter eine Hochzeitsgesellschaft), aber alles wirkt nicht zwingend. Die einander ähnelnden Szenen (Befragung von Informanten, mehr oder minder beabsichtigtes Töten der Informanten) hätten auch in umgekehrter Reihenfolge eingefügt werden können. Da sich Spannung nur selten aufbaut, mangelt es auch an wahren Höhepunkten und das Finale ist dann enttäuschend schnell abgehakt.

Fazit: Jeder einzelne Akteur macht seine Sache gut, so wie auch jede Szene ihren Reiz hat, das reicht aber im Zusammenspiel nicht aus, um ein großes Ganzes zu formen. Auch Hundeliebhabern bietet die Geschichte zu wenig Substanz.

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