Review: RIDE (2018)

ride 2018
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

Please rate this

4/10 (1)

Darsteller: Bella Thorne, Jessie T. Usher, Will Brill
Regie: Jeremy Ungar
Drehbuch: Jeremy Ungar
Länge: 73 Minuten
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 29. März 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Weltkino
FSK: ab 16

 

In COLLATERAL musste Jamie Foxx als Taxifahrer einen Killer (Tom Cruise) durch Los Angeles fahren. Natürlich nahm das kein gutes Ende.
RIDE bietet zwar keine A-Stars, aber mehr als ein paar Parallelen und natürlich wird auch diese Fahrt blutig.

James ist Taxifahrer. In nur zwei Fahrten muss er erfahren, wie nahe Glück und Unglück beieinander liegen können. Eben noch fährt er die hübsche Jessica, mit der er sich sofort versteht und die gerne noch etwas mit ihm trinken möchte.
Sein nächster Auftrag ist ein eigenartiger Typ namens Bruno, der von einer kürzlich gescheiterten Beziehung erzählt und großen Scheinen winkt, wenn James nur lange genug fährt.
Aber obwohl Bruno seinen Fahrer dazu bewegt, zu Jessica zu fahren, stellt sich bald heraus, dass er fragwürdige Pläne hat.

Obwohl weitere Schauspieler auftauchen, sind James, Bruno und Jessica die einzig relevanten Figuren des Films und während die drei in unterschiedlichen Konstellationen fast permanent fahren, wirkt RIDE dennoch wie ein Kammerspiel im Auto, was wiederum an den Exploitation-Spaß VANISH erinnert.

Spaß ist allerdings nicht was RIDE auszeichnet. Man gibt sich ernst, aber zuweilen auch stimmungsvoll. Die Fahrten durch die nächtliche Großstadt erzeugen kurzzeitig immer wieder etwas Atmosphäre.
Genau hieraus hätte sich mehr machen lassen. Schöne Bilder und ein geschmackvoller Soundtrack hätten ein solides Fundament bieten können, nehmen aber eine zu kleine Rolle ein.

Dass sich RIDE irgendwann in einen Thriller entwickelt, lässt sich in der ersten Filmhälfte nur erahnen, wenn man beispielsweise die Inhaltsangabe auf dem Cover liest. Somit muss sich jeder die Frage stellen, ob er überhaupt die Geduld aufbringen will.
Allerdings ist die erste Filmhälfte auch die bessere, weil schlüssigere.
Ignoriert man Genreabhängigkeiten wirkt die sich anbahnende Lovestory sogar gelungen.

Danach entwickelt sich RIDE in eine Richtung, die weder den Plot, noch Taktgeber Bruno plausibel erscheinen lässt. Zwar erfahren wir, warum er tut, was er tut, glauben kann das aber nur ein schwächelnder Drehbuchautor. Der heißt Jeremy Ungar, führte auch Regie und hat außer einigen Kurzfilmen wenig Erfahrung, was sich an einigen Stellen zeigt.

Die Figuren und ihre Entscheidungen mögen Fragen hinterlassen, schauspielerisch gibt es aber keine Aussetzer.
Bella Thorne (THE BABYSITTER), Jessie T. Usher (INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR) und Will Brill (THE EYES OF MY MOTHER) spielen anständig.

Der Film nennt sich selbst eine Warnung vor der Technik, die uns inzwischen beherrscht, wer aber mit Science Fiction rechnet, liegt daneben. Zwar ist James kein konventioneller Taxifahrer, sondern erhält seine Aufträge modern über eine App, das erinnert aber mächtig an den Uber-Fahrdienst und ist eher Detail als Grundlage einer Story, die in jedem Zeitraum spielen könnte, seit es Autos gibt.

Die Moral von RIDE ist wohl (SPOILER), dass man manche Menschen zu ihren Glück zwingen muss.
So erklärt sich auch, warum sich James und Jessica ausgerechnet in Lebensgefahr zum ersten Mal küssen.
Leider setzt der Film seine Idee aber nur halbgut um, weswegen wir auch nur eine halbgute Bewertung vergeben können.

 

Facebook Comments