Review: RINGS (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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4.7/10 (22)

Darsteller: Matilda Lutz, Alex Roe, Johnny Galecki
Regie: F, Javier Gutierrez
Drehbuch: David Loucka, Jacob Estes, Akiva Goldsman
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12 Jahre nachdem Samara das letzte Mal aus dem Fernseher stieg, geht mit RINGS der dritte Teil des (amerikanischen) RING-Franchises ins Rennen.
Naomi Watts, die in den ersten Filmen die Hauptrolle spielte, ist nicht mehr dabei, aber Star des Films war ohnehin schon immer das böse Mädchen und das verstörende Video.

Dabei bleibt es auch 2017, auch wenn ein paar Modernisierungen fällig wurden. Die Gesichter sind jünger, Röhrenbildschirme weichen LED-Screens und aus dem alten VHS-Tape werden Videodateien.

RINGS erzählt die Geschichte von Julia, deren Freund Holt an die Uni geht und sich plötzlich nicht mehr meldet. Nach einem eigenartigen Skype-Gespräch mit einer Unbekannten macht sich die junge Frau auf um Holt zu suchen und stellt fest, dass an diesem College seltsame Video-Forschungen im Umkreis von Professor Gabriel vor sich gehen.
Nach einem tragischen (und tödlichen) Zwischenfall weiß Julia, was zu tun ist um Holt zu retten…

Schön, ganz so einfach ist es nicht und eigentlich ist das eine gute Sache, denn RINGS ist abwechslungsreich. Der Film beginnt in einem Flugzeug, zeigt wie der Professor an das Video gelangt, präsentiert uns Julias und Holts Heimatstadt und führt uns über die Universität in eine triste Kleinstadt, wo wir mehr über Samaras Vergangenheit erfahren.
Dabei entstehen neben dem bekannten Video (Brunnen, brennender Baum, Haare kämen vor dem Spiegel) auch neue verstörende Aufnahmen.

Man könnte wohlwollend also sagen, dass RINGS eine gute Mischung aus Bewährtem und Neuem ist und wie viele dritte Teile mehr über die Vergangenheit preisgibt.
Das Problem ist nur, dass schon mit dem ersten Teil viel zur Historie Samaras gesagt wurde, so dass ein erneutes Aufwärmen eigentlich nur für Menschen interessant ist, die gerade ihren ersten RING-Film sehen.

Die werden dann auch denken, dass einiges keinen Sinn ergibt, weil sie die Vorgänger nicht kennen. Tatsache ist: einiges ergibt auch dann keinen Sinn, WENN man alle Filme kennt. Im Gegenteil.

Schaut man RINGS, hat man das Gefühl, eine Mischung aus Prequel, Sequel und Reboot zu erleben. Das riecht nach BLAIR WITCH und der hat nun auch nichts besser gemacht.
Gleichzeitig entsteht aber auch der Eindruck, dass man ein fertiges Drehbuch, das mit RING nichts am Hut hat, aus der Schublade zog und nachträglich die bekannte Geschichte um gruslige Videos, langhaarige Mädchen und vor Angst verzerrte Fratzen einflocht.

Was THE RING bzw. das japanische Original RINGU auszeichnete, war die simple Story, dunkle Atmosphäre, das unbarmherzige Ticken des 7 Tage – Countdowns und natürlich Samara. RINGS hetzt hingegen von einem Schauplatz zum nächsten, versucht immer mal aus dem Sequel-Korsett auszubrechen, weiß aber auch, dass er vor dem Abspann alle bekannten Trademarks abklappern muss. Leider vergisst der Film dabei manchmal das Gruseln und obwohl Samara allgegenwärtig ist, kommt sie als Bedrohung zu kurz.

Handwerklich ist RINGS keine Katastrophe. Das ist anständig fotografiert und schauspielerisch passabel, auch für die Effekte muss sich niemand schämen.
Und trotzdem fällt mir kein Grund ein, warum man ihn sehen muss.

 

 

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