Review: RUIN ME (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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Darsteller: Marcienne Dwyer, Matt Dellapina, Chris Hill, Eva Hamilton, John Odom, Sam Ashdown
Regie: Preston DeFrancis
Drehbuch: Preston DeFrancis, Trysta A. Bissett
Veröffentlichung: 19.07.2018 (UK)
Genre: Backwoods
Land: Großbritannien,
FSK:

Wolltet ihr auch schon einmal ein Erlebnis wie aus einem Horrorfilm haben? Quasi ein Escaperoom, bei dem aber angebliche Psychopathen aus dem Busch springen und euch erschrecken, wie eine Geisterbahn, die einen Schritt weitergeht. Genau diesen Ansatz hat RUIN ME, der erste Spielfilm von Regisseur Preston DeFrancis.
Der Film lief auf einigen Filmfestivals und konnte dort insgesamt 13 Preise gewinnen. Trotz der Festivalerfolge hat RUIN ME in Deutschland aber noch keinen Verleih finden können und wurde auch in Großbritannien und den USA bisher nur im Internet zu sehen.

Inhalt von RUIN ME

Der Horrorfilmaffine Nathan schleppt seine Freundin Alex mit zum sogenannten Slasher Sleepout. Dort soll eine Gruppe Menschen eine Erfahrung wie im Horrorfilm machen und dabei Rätsel lösen. Bereits nach kurzer Zeit beginnt Alex zu zweifeln, ob alles nur gespielt ist oder in dem einsamen Waldstück tatsächlich ein Killer herumläuft.

Resümee zu RUIN ME

Die Grundidee von RUIN ME ist spannend. Die Charaktere sind typisch für Horrorfilme und RUIN ME scheint damit einen leicht selbstironischen Weg einzuschlagen. Es gibt ein Gruftipärchen, einen Filmnerd, einen Eigenbrödler und dann das „ganz normale“ Pärchen. Die Mischung ist gut und wirkt zunächst vielversprechend. Bereits in den ersten Minuten wird klar, dass mit der Protagonistin Alex nicht alles so normal ist, wie es zu sein scheint und man fragt sich, was genau mit ihr passiert ist.

Obwohl der Ansatz von RUIN ME gut ist, kann der Film im Ganzen nicht überzeugen. Die Handlung ist zunächst stimmig und passt zu dem, was in der Einleitung angedeutet wird. Die Gruppe geht in den Wald, löst Rätsel, wird erschreckt und muss in Zelten übernachten. Irgendwann geht die Handlung dazu über, dass es nicht mehr ganz klar ist, was zum Slasher Sleepout gehört und was eventuell echter Horror ist. Kurz nach der Hälfte kommt jedoch eine sehr harte Richtungsänderung, die eine zunächst daran zweifeln lässt, ob es sich noch um denselben Film handelt. Nach diesem ersten Twist folgen noch diverse andere, so dass man am Ende von RUIN ME sehr verwirrt dasitzt. Es ist ein wenig so, als wolle der Film besonders clever sein und verirrt sich dabei in den eigenen falschen Fährten.

Die schauspielerischen Leistungen sind meistens ganz in Ordnung. Ein paar Mal passen die Gesichtsausdrücke nicht ganz und ein paar Mal ist die sehr leidende Miene von der Protagonistin deutlich übertrieben. In der Schlussszene ist nicht offensichtlich, ob es sich nun um eine schlechte sehr dramatische, oder eine sehr selbstironische Szene handelt.
Die technische Seite an RUIN ME ist solide und in Ordnung. Nicht überragend, aber in Ordnung. Bild und Ton passen zusammen und wirken harmonisch. Die Szenen an sich sind gut gedreht.

RUIN ME ist einer der Filme, die man sich ansehen kann, aber nicht zu viel erwarten sollte. Obwohl der Ansatz des Filmes viel Potenzial hat, verliert er sich in einem Plottwist nach dem anderen und ergibt am Ende kein stimmiges Bild.

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