Review: SECRET OBSESSION (2019)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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4/10 (4)

Darsteller: Brenda Song, Mike Vogel, Dennis Haysbert
Regie: Peter Sullivan
Drehbuch: Peter Sullivan, Kraig Wenman
Länge: 97 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 18. Juli 2019 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

 

Der Titel klingt dezent erotisch, aber austauschbar und etwas wie ein TV Film der 90er.
SECRET OBSESSION wurde aber 2019 produziert und läuft auf aktuell Netflix.

Story:
Der Einstieg ist rasant, denn dort sehen wir eine junge Frau, die offenbar von jemandem verfolgt und schließlich von einem Auto angefahren wird.
Fast forward: Jennifer Williams, so der Name der Frau, erwacht lädiert im Krankenhaus. Was in dieser Nacht geschah, weiß sie nicht mehr. Sie erkennt nicht mal mehr den Fremden wieder, der sich als ihr Mann Russell vorstellt und alles dafür tut, ihre Liebe zurückzugewinnen.
Zwar lernt Jennifer ihren Mann und das schöne Haus in dem sie leben erneut zu schätzen, doch während die körperlichen Wunden heilen, plagen sie die Ereignisse der Vergangenheit noch immer.secret obesssion

Regisseur Peter Sullivan hat 30 Filme gedreht, fast 90 Drehbücher verfasst und über 100 Streifen produziert. Man kann also sagen, dass er ein Vollprofi ist….oder aber, dass er ein Fastfood – Erzeuger ist und hinter den meisten seiner Werke steht das Wort „TV movie“.
Das muss nicht per se ein Qualitätssiegel sein, aber oft eben doch und auch wenn SECRET OBSESSION nicht als TV-Film gelistet ist, wirkt er wie ein mäßig budgetierter, schnell runtergedrehter, unatmosphärischer Streifen von der Stange.

Bestes Beispiel sind vielleicht die Darsteller. Zwei hübsche Menschen, glattgebügelt wie ein Hochzeitsanzug. Anfangs denkt man noch, dass die zwei deswegen nichts verbindet, weil es das Drehbuch eben fordert, im Laufe der Handlung fällt aber auf, dass die Bindung auch deswegen nicht da ist, weil die beiden Mimen wirken, als hätte man sie 5 Minuten vorher rasch zusammengecastet und auf ihre Rollen losgelassen.
Das Haus wirkt passenderweise wie ein Musterhaus, das man mit Hilfe des „Schöner Wohnen“- Magazins eingerichtet hat.secret_obesssion

Nun ließe sich darüber leicht hinwegsehen, wenn denn die Story originell wäre. Ist sie aber nicht.
Achtung Spoiler: Wer länger als 20 Minuten lang glaubt, dass der unangenehm freundliche Russell ein lieber Kerl ist, schaut offenbar selten Filme.
Will man sichergehen und die komplette Geschichte des Films im Schnelldurchlauf erleben, muss man nur den überaus verräterischen Trailer sehen, was vermutlich viele versehentlich vorab taten.secret_obesssion thrillandkill

Aus technischer Sicht gibt es sicher schwächere Filme, aber SECRET OBSESSION ist ein denkbar lieblos erzählter Beziehungsthriller, wie sie im auslaufenden 20. Jahrhundert schon viel besser erzählt wurden.
Zwar fühlt man sich an DER FEIND IN MEINEM BETT oder MISERY erinnert, die dazugehörige Qualität bleibt aber verschollen.
Damit lockt man heute nur noch Menschen an, die sich echt alles ansehen, aber noch nichts kennen.

Fazit: Die Netflix Originals genießen keinen guten Ruf, schienen aber eine Zeit lang aufzuholen. Dass SECRET OBSESSION einen Tag nach einem Börsenkurs-Abfall des Streamingsenders erschien, ist Zufall. Es passt aber wie die Faust aufs Auge.

 

 

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