Review: SHARKNADO 2: THE SECOND ONE

Sharknado
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 1.0

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2.9/10 (28)

Darsteller: Ian Ziering, Tara Reid, Vivica A. Fox
Regie: Anthony C. Ferrante
Drehbuch: Thunder Levin
Land:
Genre:

Es gibt Dinge, die siehst du kommen und wenn sie da sind, steht dein Mund trotzdem so weit offen, dass du das Sub-des-Tages senkrecht reinstecken könntest. SHARKNADO 2 ist genau das.
Jeder, der Teil 1 gesehen hat und nicht ohnehin als kichernd-sabbernder Lappen in einer Zwangsjacke abgeführt wurde, konnte damit rechnen, dass die Fortsetzung dem bewährten Rezept folgt. Dementsprechend konnte man seine Erwartungen anpassen und trotzdem verblüfft dieser Film.

Fin und April, die beiden Helden des ersten Teils, befinden sich auf dem Weg nach New York. Die beiden sind wieder ein Paar, haben aber die Ereignisse des Hai-Sturms noch nicht ganz verarbeitet.
Das Flugzeug hat noch nicht aufgesetzt, da bahnt sich bereits der nächste Sushi-Taifun an und nachdem die Piloten zu Fischfutter werden, schafft Fin es gerade noch das Flugzeug eigenmächtig zu landen.
Nun gilt es aber die eigene Familie zu retten und den Big Apple vor einer Katastrophe zu bewahren.

sharknado 2

Das Schlimme an SHARKNADO 2 sind nicht die Schauspieler. Ian Ziering wird zwar nie ein Oscar-Kandidat und Tara Reid sieht schrecklich verlebt aus, insgesamt hat man aber schon schlechteres Acting gesehen.
Das Furchtbare sind auch nicht die Effekte. Die sind zwar dürftig und 100%ig an einem mittelmäßigen PC entstanden, aber mir fallen ein halbes Dutzend Big Budget – Filme mit ähnlich schwachen FX ein.
Es ist auch nicht das Drehbuch, das natürlich von einem autistischen Kind geschrieben wurde, das zu viel Nagellackentferner geschnüffelt hat, was aber ja die Voraussetzung ist, um einen SHARKNADO überhaupt zu erdenken.

Was SHAKRNADO 2 –wie auch schon den Vorgänger – zu einem Debakel macht, ist der Umstand, dass einfach nichts zusammen passt.
Beispiel gefällig? Riesige Tornados rasen auf New York zu, im Fernsehen wird davon berichtet, dem gut gefüllten Baseballstadion sagt man aber erst Bescheid, als es die ersten Haie regnet.
Hier und da liegt eine Menge Schnee auf den Straßen, eine Szene später ist der Schnee offenbar getaut.
Während die Protagonisten mit Panik in den Augen durch verschiedene Sehenswürdigkeiten der Metropole hasten und mit Ketten- und Kreissägen gegen CGI-Haie fighten, laufen im Hintergrund Touristen lustlos durchs Bild, gerade so als hätten sie nicht mitbekommen, dass das Unwetter aller Unwetter über ihren Köpfen brodelt.
Diese Liste ließe sich schier endlos fortsetzen…

sharknado 2

Zu zwei Dritteln ist SHARKNADO 2 daher unfreiwillig (?) komisch, gerade auch dadurch, dass die Schauspieler unglaublich ernst wirken wollen, was angesichts der Umstände kaum möglich ist. Ob das Vermeiden jeden Lachanfalls an der ungeheuren Selbstbeherrschung der Akteure liegt oder daran, dass erheblicher Botox-Einsatz nur eine Miene zulässt, ist ungeklärt. Dass im Finale auch noch ein Pathos verstreut wird, auf den selbst Roland Emmerich stolz wäre, sorgt für akuten Würgereiz.
Die anderen Anteile des Films sind dann aber wirklich unterhaltsam. Auch wenn die vielen Gastauftritte kleinerer US-TV-Promis in Deutschland kaum auffallen werden, sieht man doch, dass an zahlreichen Stellen liebevolle Details eingeflochten wurden.
Gleich eine der ersten Szenen erinnert an die legendäre TWILIGHT ZONE-Folge ALPTRAUM IN 10.000M HÖHE und wir finden u.a. Anspielungen auf TAXI DRIVER, FLUG IN GEFAHR und DER WEISSE HAI.

sharknado 2

Vielleicht das wichtigste an SHARKNADO 2 ist, dass er nie langweilig wird. Egal, ob man sich gerade amüsiert oder sich darüber aufregt, Löcher in der Logik entdeckt oder sich diese mit reichlich Fusel schöngesoffen hat, der Film ist abwechslungsreich und voller (schwachsinniger) Action.

Das alleine macht dieses zweifelhafte Werk noch lange nicht zu einem cineastischen Genuss, weswegen ich erneut die 1-Punkt-Karte zücke, aber wie im Review zum Original darauf hinweisen möchte, dass man SHARKNADO 2 gesehen haben muss.

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