Review: SHARKNADO 5 – GLOBAL SWARMING (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 1.0

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1.4/10 (13)

Darsteller: Ian Ziering, Tara Reid, Cassandra Scerbo
Regie: Anthony C. Ferrante
Drehbuch: Scotty Mullen
Land:
Genre:

Worauf habe ich mich da eingelassen? Das ist der letzte Gedanke bevor das Licht ausgeht und das Unvermeidbare seinen Lauf nimmt.
Ernsthaft, wer geht Montag Abend ins Kino? Ich normalerweise nicht und mir steckt noch der fehlende Schlaf eines zu kurzen Wochenendes und eines zu langen Arbeitstags in den Knochen, aber als mich zwei Freunde fragten, ob ich mir nicht SHARKNADO 5 auf der großen Leinwand ansehen wolle, sagte ich trotzdem übereilig zu. Das sagt wohl einiges über meinen Geisteszustand (der sich im Laufe des Abends nicht verbessern soll).

 

Immerhin, das Angebot ist fair. Kein Eintritt, lediglich ein Mindestumsatz von 6€ wird gefordert. Das ist bei den astronomischen Preisen in Kinos kein Problem.
Auf diese Weise kriegt man auch an einem Montag Abend und mit dem fünften Teil einer bekloppten Filmreihe die Bude zu 2/3 voll und dass hier aufblasbare Haie und Haimützen im Publikum gesichtet werden, spricht für den Kult, der mittlerweile um Trash gemacht wird.

Verurteilt mich nicht, aber ich habe Teil 3 und 4 nicht gesehen und deswegen verpasst, dass Tara Reids Figur inzwischen eine Art Android ist und sie selbst aussieht, wie die Oma von Avril Lavigne.
Da die Handlung aber noch nie viel Sinn ergab, können auch cineastische Debile wie ich folgen bzw. nicht folgen bzw. es macht keinen Unterschied ob man folgen kann.
Wichtig ist anscheinend, das Tara Reid und Ian Ziering diesmal in London unterwegs sind und aus irgendeinem Grund unter Stonehenge ein Hai-Artifakt rumliegt, das
a) mächtig ist
b) beweist, dass es Sharknados schon seit Jahrtausenden gibt
c) lustig leuchtet
d) dafür sorgt, dass gleich der nächste Hai-Sturm aufzieht.

Gut, dass Söhnchen Gil einen albernen Hai-Helm auf dem Kopf hat, denn der Kleine wird zwar in die Windhose gezogen, das Tool schützt aber vor schwereren Blessuren.
Nachdem England zum Fischfutter wurde, verschlägt es die Familie in bester James Bond Manier in die Schweiz, nach Rio de Janeiro, Ägypten, Tokyo, Sidney und Rom, wo jeweils schwierige Quests zu bestehen sind.
Reingelegt, die „Quests“ bestehen natürlich nur aus hin- und hergerenne, vielen Effekten, Ballerei und einer Parade aller möglicher Promis aus Film (Dolph Lundgren), Musik (Brett Michaels), Sport (Tony Hawk) und Fernsehen (unter anderem die Schlefaz-Fachleute Oliver Kalkofe und Peter Rütten). Außerdem ist die Anzahl an Menschen mit miesen plastischen Chirurgen im Bekanntenkreis überproportional.

 

Es gibt aber nicht nur bekannte Gesichter zu entdecken, sondern auch etliche Verweise auf bekannte Kinofilme.
Ihr könnt euch denken, an wen der Hut und die Peitsche erinnern sollen oder woher der Spruch: „Da wo wir hinfahren, brauchen wir keine Straßen“ ursprünglich stammt.

Auch wenn das alles naturgemäß auf solch absurde Weise präsentiert wird, dass im Kinosaal mehr Kopfschütteln zu messen ist, als auf dem Wacken Open Air, verfügt der Film doch auch über viel Tempo und obwohl die Inhalte weiterhin auf dem höchsten Trash-Level rangieren, die Effekte sind stellenweise nicht schlechter als in einigen CGI-Blockbustern.

Wie immer bei betont trashigen Filmen mit Entertainment-Faktor ist es schwierig SHARKNADO 5 zu beurteilen.
Hatte ich Spaß? Ja, auch wenn es sich anfühlte als würde man einem Legastheniker dabei zusehen wie er ein Kreuzworträtsel löst. In seiner Welt ergibt am Ende alles einen Sinn, für andere entsteht ein wüstes Chaos, das Handlungsstränge beliebig aneinanderreiht und Erklärungen ausspart.
Fast noch fragwürdiger ist es, dass man das Gefühl hat, dass die vermeintlichen Analphabeten, die hinter SHARKNADO stehen, genau wissen was sie tun, aber natürlich keinen besseren Film drehen wollen.

Davon unabhängig bieten fünfte Teile selten irgendwas neues und sogar innerhalb dieses Schinkens kommt es zu so vielen Wiederholungen ähnlich gelagerter Gags, dass man den Streifen zwar in geselliger Runde gut sehen kann, von Qualität zu sprechen verbietet sich aber auf jeder Ebene.

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