Review: SKIN COLLECTOR (2012)

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Redaktion: 3.0

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4/10 (16)

Darsteller: Danielle Harris, John Jarratt, Casper Van Dien
Regie: Julian Richards
Drehbuch: Robert D. Weinbach
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Die Hauptdarsteller aus WOLF CREEK, HALLOWEEN und STARSHIP TROOPERS zusammen in einer Romanverfilmung?
Oder anders gesagt John Jarrett, Danielle Harris und Casper Van Dien in der Adaption des Buches SHIVER. Das klingt nach großem Kino, auch weil der „deutsche“ Filmtitel SKIN COLLECTOR tief blicken lässt…
Ein Serienmörder geht in Portland um. Einige Frauen hat der gewiefte Täter schon ermordet, doch sein letztes Opfer Wendy kann ihm entkommen. Die junge Frau wird unter Polizeischutz gestellt, doch der Mörder gibt so schnell nicht auf, obwohl ihm Detective Delgado und die Polizei auf der Spur ist.
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Beginnen wir beim Namen des Films. Grundsätzlich ist es witzlos einen englischen Titel mit einem englischen Titel zu ersetzen, außer man möchte so wie hier die eigene Identität opfern und stattdessen eine gewisse Nähe zu Filmen wie THE COLLECTOR herzustellen. Skin, also Haut, sammelt jedenfalls in der Geschichte niemand.

Immerhin aber Köpfe. Die trennt John Jarrett als Psychokiller Franklin sauber mit einem Drahtseil vom Hals seiner Opfer und packt sie in Glasbehälter. Hier sollte man übrigens direkt einhaken, denn wenn Polizist Delgado (Van Dien) über die Nutzung des Drahtseils erstaunt ist und „Wir dachten er nutzt ein Messer“ sagt, spricht das Bände über die Qualität der Portlander Polizei…oder des Films.
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Ja, Harris, Jarrett und Van Dien bringen es auf zusammen über 250 Filmeinsätze und die Namen alleine werden einige hilflose Käufer anziehen, trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass jeder von ihnen seine besten Momente hinter sich gelassen hat oder aber zumindest mehr auf Klasse statt Masse setzen sollte.
Im Falle von SKIN COLLECTOR hat man fast schon Mitleid, wenn sich etwa Van Dien und Danielle Harris durch eine Vernehmung quälen.

Eine Spur interessanter ist die Figur des Killers, der am besten als Gentleman mit Hang zu Gewaltausbrüchen zu beschreiben ist. Also quasi als Hannibal Lecter – Verschnitt. Jarratt macht das phasenweise ordentlich, aber eben nicht durchgängig und wird zudem selbst Opfer des Drehbuchs.
Das stammt von Robert D. Weinbach, der gleichzeitig Produzent ist, sein letztes Skript 1974 schrieb und offenbar auch nicht genügend Kohle für SKIN COLLECTOR auftreiben konnte, nachdem er die glanzvollen Namen seiner Stars bezahlen musste.
So sehen wir in einer Szene eine Verfolgungsjagd, bei der sich zwei Autos (vermeintlich) immer wieder rammen, ohne dass einer der Wagen auch nur einen Kratzer davonträgt.
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Logik ist aber auch nicht die Stärke des Films. Nicht nur kommt Franklin seinem Opfer immer wieder leicht auf die Spur, er schafft es sogar sich mit einer Sonnenbrille verkleidet bei Wendy als falschen Polizisten auszugeben NACHDEM die ihm bereits zweimal begegnet ist…das kann sonst nur Clark Kent. Eine massive Stichwunde in den Oberschenkel heilt innerhalb eines Tages (wie auch Verletzungen des Stahlseils an Wendys Hals) und auch das deutet auf Superman-mäßige Fähigkeiten hin.
Seine Motive sind hingegen so schwammig wie sein Modus Operandi. Mal ist er planvoll handelnd, dann wirkt er unorganisiert. Erst will er Wendy töten, dann zu seiner Gefährtin machen.

Kurz: SKIN COLLECTOR sollte man sich nur ansehen, wenn man auf die Gesichter der Stars steht.

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