Review: SPLINTER (2008)

Splinter
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8

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7.3/10 (32)

Darsteller: Charles Baker, Jill Wagner, Paulo Costanzo
Regie: Toby Wilkins
Drehbuch: Ian Shorr, Kai Barry
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SPLINTER ist aus dem Jahr 2008, also immerhin satte 5 Jahre alt, fliegt seitdem aber unter dem Radar der meisten Fans.
Das wäre OK, wenn es sich um einen schwachen, langweiligen Schinken handeln würde, was aber nicht der Fall ist. Zwar ist SPLINTER ein kleiner Film, was in diesem Fall kleines Geld, kleiner Personenkreis, kleiner Bekanntheitsgrad der Akteure und Verantwortlichen und kleine Auswahl der Locations bedeutet…schlechter wird das Werk dadurch aber nicht.

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Eigentlich wollten Polly und Seth nur campen, doch nachdem sie versehentlich das Zelt zerstören, machen sie sich auf der Suche nach einer Unterkunft. Unterwegs halten sie an, um einer Frau in Not zu helfen und ahnen natürlich nicht, dass deren Freund ein gewalttätiger Verbrecher auf der Flucht ist. Die Gangster überwältigen Polly und Seth und fahren mit ihnen mit, doch als Polly etwas auf der Straße überfährt, wird der Wagen beschädigt und die unfreiwillige Reisegruppe kann sich gerade noch in eine einsame Tankstelle retten, bevor ein stachliges Monster, das seine Opfer zu Zombies macht, zuschlägt.

Die „Zombies“ sollte man an dieser Stelle nicht zu wörtlich nehmen, denn das was wir zu sehen bekommen, sind nicht die üblichen schlurfenden oder auch rennenden Untoten, sondern von einem stachelbewehrten Monster infizierte Menschen, deren eigene Physionomie sich auf grausige Weise dem Parasiten unterordnet, was gebrochene Knochen und verdrehte Gliedmaße zur Folge hat.

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Es war Stephen King, der sinngemäß gesagt hat, dass uns jedes Wesen solange erschreckt, wie es sich in der Dunkelheit bewegt und damit in der Fantasie des Zuschauers einnisten kann. In dem Moment, da das Licht angeht, stellt man im Normalfall fest, dass das was man nun sieht, einen Reißverschluss hat und doch recht erträglich ist.
Regisseur Toby Wilkins (THE GRUDGE 3) scheint sich dies zu Herzen genommen zu haben. Immer wenn das Stachelwesen in den Mittelpunkt rückt, arbeitet er mit schnellen Schnitten, unstetem Licht oder anderen Tricks um nie mehr als nötig von der Bedrohung zu zeigen.
Dies mag aus der Not des dünnen Geldbeutels heraus geboren worden sein, ist deswegen aber nicht weniger effektiv, zumal die gezeigten FX absolut im grünen Bereich liegen.

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Auch die Schauspieler erfüllen ihre Aufgabe. Sicher, großes Acting ist hier nicht gefragt, trotzdem stellt jede der vier Hauptfiguren einen eigenen Typ dar, ohne schablonenhaft zu wirken. Dabei macht es durchaus Spaß, wie die ungleichen Charaktere in der Stunde der Not miteinander klarkommen müssen und jeder auf seine Weise mit der Gefahr umgeht. Erst gegen Ende, wenn Verbrecher Dennis seine zarte Seite zeigt, schleicht sich für einen Moment ein Hauch Kitsch ein, der das solide Gesamtkonstrukt aber kaum unterspülen kann.

Fazit: SPLINTER ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit Kreativität und guten Ideen ein zunächst gar nicht so originelles Drehbuch aufwerten kann, ohne dafür viele Millionen in die Hand zu nehmen.
Wer diesen oft unterbewerteten Film noch nicht kennt, sollte einen Blick riskieren.

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