Review: STANDOFF (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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6.4/10 (21)

Darsteller: Thomas Jane, Laurence Fishburne, Joanna Douglas
Regie: Adam Alleca
Drehbuch: Adam Alleca
Land:
Genre:
FSK: ab 16

Aus irgendeinem Grund bilde ich mir ein, dass Laurence Fishburne nicht die Aufmerksamkeit zukommt, die ihm zusteht. Vergleicht man ihn etwa mit Samuel L. Jackson, der ein ähnliches Rollenbild verkörpert (und auch hier und da verwechselt wird), nämlich das des großen Schwarzen, mit dem du dich besser nicht anlegst, bäckt Fishburne trotz Auftritte in MATRIX, EVENT HORIZON, HANNIBAL undundund kleinere Brötchen.
Das ist freilich Jammern auf gewaltigem Niveau, aber auch seine Rolle in STANDOFF hätte man Jackson zugetraut. Ob der das besser gemacht hätte, sei allerdings dahingestellt.

Story: Eigentlich wollte sich Kriegsveteran Carter das Leben nehmen, da klopft die kleine Bird an seiner Tür. Sie wurde Zeugin eines Auftragsmords und nun ist ihr der Killer auf den Fersen. In letzter Sekunde können sich die beiden in das abgelegene Haus retten. Carter kriegt dabei eine Kugel ins Bein, verletzt aber auch den Angreifer und flüchtet mit seinem Schützling ins Obergeschoss. Dort bleibt ihm nur eine Kugel…
standoff thomas jane
Auch wenn es die ersten Filmminuten dank eines hohen Bodycounts nicht unbedingt erwarten lässt, STANDOFF kommt mit wenig Action aus, sondern setzt vor allem auf psychologischen Thrill. Die Rolle der jungen Zeugin ist dabei sekundär, es geht vor allem um das Duell zwischen Carter und dem Killer.

Carter wird Thomas Jane gespielt, ebenfalls ein erfahrener Schauspieler, den man aus DER NEBEL oder DEEP BLUE SEA kennt. Fishburne gibt dessen Gegenpart, Auftragsmörder Sade. Im Laufe des Films geben beide mehr von ihrer Biografie preis und wir erfahren, dass sie einige Gemeinsamkeiten haben. Dadurch erhält auch der Antagonist einen menschlichen Anstrich, was für diese Art von Film vielleicht auch unabläßlich ist, aber in jedem Fall gute Mimen braucht.
standoff laurence fishburne
Zum Freund aller Menschen wird Sade dadurch nicht und ungeachtet der schauspielerischen Leistung steht die verfahrene Pattsituation im Raum, dass die beiden Männer sich zwar gegenseitig auf Distanz halten, aber aus verschiedenen Gründen nicht einfach gehen können.
standoff
Um STANDOFF zu mögen, sollte man kein Problem mit längeren Dialogen haben (was sicher eine Frage des persönlichen Geschmacks ist), aber auch darüber hinwegsehen können, dass der Kern der Geschichte zwar recht sauber ausgearbeitet wurde, die Peripherie aber mitunter hingedreht wirkt. So hat der Friedhof, auf den Bird den Mörder zum ersten Mal sieht 5 Grabsteine und dass Carters Sohn (in einer Rückblende) mit dem Kopf auf den einzigen größeren Stein einer riesigen Wiese knallt, scheint so, als hätte ihn Autor / Regisseur Adam Alleca persönlich dorthin gewuchtet.

Insgesamt bleibt aber ein grundsolider Thriller, der von seinen starken Hauptdarstellern getragen wird.

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