Review: STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

Please rate this

5.7/10 (3)

Darsteller: Shree Crooks, Frank Grillo, Anna Torv
Regie: Akiva Goldsman
Drehbuch: Ben Collins, Luke Piotrowski
Länge: 81 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 23. August 2018 (Heimkino)
FSK: ab 16

Deutsche Filmtitel sind ja oft so eine Sache. Oft wird ein englischer Originaltitel durch einen anderen englischen Namen für den deutschen Markt ersetzt (z.B. DON’T KILL IT / DEMON HUNTER). Schlimmer sind aber kilometerlange Anhänge, die aus ALIEN ein ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT machen.
Für STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR hat man sich hingegen etwas neues einfallen lassen: den spoilernden Untertitel.

Dass das Böse in Stephanie haust, ist auf den ersten Blick nämlich alles andere als ersichtlich, immerhin ist die Titelgeberin ein kleines Mädchen im Grundschulalter, dass sich aus zunächst unbekannten Gründen alleine in einem schönen großen Haus lebt und nur eine Stoffschildkröte als
Freund hat.

Dass es mit ihr eine dunkle Wendung nimmt, dürfte inzwischen klar sein, trotzdem ist diese fast halbstündige Eröffnungssequenz ungewöhnlich, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei STEPHANIE um einen Film von Blumhouse handelt, denen gerne eine allzu mainstreamige Ausrichtung nachgesagt wird.
So dürfte sich in diesen ruhigen Minuten bereits die Spreu vom Weizen trennen und auch wenn das Kind einige Beinahe-Unfälle erlebt und einige andere Merkwürdigkeiten vor sich gehen, ist man als Beobachter nach 30 Minuten verwirrter als zuvor, ohne dass viel Action geschehen wäre.

Erst dann lichtet sich der Nebel allmählich und bevor auch wir zu viel spoilern, seid vor dem Weiterlesen gewarnt.
Hier kommen nämlich die Eltern der Kleinen nach Hause und wir erfahren, dass die Welt in ernsthafter Gefahr ist und zwar wegen Kindern wie Stephanie.

Auch in der Folge bleibt es schwer STEPHANIE klar einzuordnen, am ehesten ließe sich der Film wohl als auf dem Kopf stehender, globaler Exorzistenstreifen klassifizieren (was auch immer das heißen mag). Klar ist nur, dass die beiden Eltern natürlich versuchen ihre Tochter, wie sie sie einst kannten, wieder zurück zu gewinnen und alles dafür tun, aber sich auch mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass dies nicht möglich ist.

Das ist zwar alles nachvollziehbar, ganz glücklich macht das Ergebnis aber nicht. Einige Fragen werden nicht oder nur ungenügend beantwortet, angefangen mit solchen, warum die Eltern ihre Tochter erst zurücklassen, dass heimkehren, dann einen Zaum ums Grundstück stellen, obwohl ihnen klar sein dürfte, dass ein paar Holzbohlen gegen übernatürliche Mächte wenig tun können…
So entsteht der Verdacht, dass STEPHANIE anfangs ganz bewusst eine Verwirrtaktik fährt, die zwar aufgeht, am Ende aber nicht mehr zur Story passt.

Abgesehen von einigen Kurzauftritten per Videochat usw. benötigt der Film nur drei Schauspieler, nämlich eben Vater, Mutter und Kind.
Der von Frank Grillo (THE PURGE-Reihe) gespielte Papa ist wohl das bekannteste Gesicht im Film, besondere Aufmerksamkeit sollte man aber auf die Stephanie-Darstellerin Shree Crooks richten, die wie erwähnt ein Drittel des Films alleine schultern muss und das mit Bravour meistert.

Technisch / handwerklich ist der Film solide und verliert sich erst in den letzten Szenen in mäßig animierten Effekten.

Fazit: Einige originelle Ansätze, die leider nicht zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden.

 

 

Facebook Comments