Review: STRIPPED (2012)

sTRIPPED
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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2.3/10 (16)

Darsteller: Nicole Sienna, Josh Cole, Carson Aune
Regie: Mark LaFleur, J.M.R. Luna
Drehbuch: Andrew Caldwell, Josh Cole, Nicole Sienna
Land:
Genre:

Las Vegas ist ein gefährliches Pflaster. Fragt nur die Typen aus HANGOVER, die Zähne verloren, fast auf dem Hoteldach geröstet und beinahe von einem Tiger gefressen worden wären.
Die Voraussetzungen für STRIPPED sind ähnlich. Zwar wird kein Junggesellenabschied, sondern ein Geburtstag gefeiert, dennoch ist klar „Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas“ und wenn es nur die Organe sind.

Vier Kumpels begeben sich auf einen Roadtrip nach Nevada. In Las Vegas soll Grahams 21. Geburtstag zünftig gefeiert werden. Damit alle Schandtaten auch für die Nachwelt erhalten bleiben, hat einer der Jungs eine Kamera mit, mit der er jeden Schritt dokumentiert.
Dass eine Freundin um eine Mitfahrgelegenheit bittet, beschert dem Herrentrip nur einen kleinen Dämpfer und vor Ort angekommen werfen sich die Jungs direkt ins wilde Partyleben. Der Besuch in einem Bordell entpuppt sich aber als äußerst ungesunde Idee.

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STRIPPED ist, als schaue man sich tatsächlich ein Video von beliebigen Fremden an. Die Albernheiten, die wir als Außenstehende zu sehen bekommen, mögen im Moment der Aufnahme irrsinnig komisch sein (Kotzen, Kissenschlacht, simulierter Sex mit einem Plastikdinosaurier), als Zuschauer wünscht man sich aber nur, dass möglichst schnell jemand diesem Haufen Dummbeutel die Lichter auspustet.
Bis das aber so weit ist, ertragen wir die lange Anreise und Problemchen, die uns nichts angehen (weil sie nichts mit der Handlung zu tun haben) und uns vor allem nicht interessieren.

STRIPPED ist tatsächlich ein weiterer Found Footage Film, was schon beim Lesen der Inhaltsangabe für Stirnrunzeln sorgt. Dürfen wir wirklich erwarten, dass einer der Kerle im Vollrausch die Kamera bedient oder sie sogar ins Freundenhaus mitschleppt? Tatsächlich passiert genau das.
Das bedeutet, dass wir auch etwas menschliche nackte Haut sehen, was aber nur die Zielgruppe beeindrucken dürfte, die sich schon bei der Plastikdinosaurier-Szene vor Lachen bepisst hat.

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Dass der Film, der teilweise Slasher-Elemente aufweist, nicht für den Found Footage – Stil geeignet ist, merkte wohl auch mitten in den Dreharbeiten das Regie-Team Mark LaFleur und J.M.R. Luna, weswegen man teilweise zur konventionellen Kameraansicht zurückwechselt, dann aber doch wieder die subjektive Sicht nutzt, obwohl niemand eine Kamera hält.

Nicht der einzige Aspekt, der trotz der zwei Regisseure und drei Drehbuchautoren ganz offensichtlich nicht zu Ende gedacht wurde.
Ob das ominöse Bordell in einer Stadt, in der Prostitution verboten ist, derart offensichtlich Werbung betreiben würde, sei dahingestellt. Dass das Etablissement in Räumlichkeiten untergebracht ist, die so sinnlich sind wie eine Autowerkstatt, darf wohl hinterfragt werden. Ebenso unlogisch ist es für eine Bande Organhändler ihr Opfer mit einem Messer derart zu perforieren, dass garantiert nichts mehr zum Verkauf übrig bleibt.

Apropos: wer darauf hofft, dass der Film wenigstens den Magen des geneigten Gore-Liebhabers bedient, wird wohl enttäuscht. Natürlich finden sich ein paar Morde, aber nichts was in irgendeiner Form beeindrucken könnte.

Erwähnt werden muss leider auch die schwache Synchronisation, die bei Filmen aus dem Hause Maritim Pictures öfters anzutreffen ist und sich hier in Stimmen äußert, die gefährlich an Kermit erinnern. Auch wenn in diesem Fall ohnehin Hopfen und Malz verloren war, bleibt zu hoffen, dass das Problem bald gelöst wird, um stärkeren Releases wie JUG FACE und RESOLUTION nicht unnötig zu schaden.

Fazit: Vor Mike Tysons Tiger hatte ich mehr Angst.

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