Review: SURVIVAL – ÜBERLEBE WENN DU KANNST (2014)

Survival überlebe wenn du kannst
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Redaktion: 5

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5.8/10 (45)

Darsteller: Frank Raffel, Martin Geuer, Wesly Howard, Oliver Juhrs, Yûho Yamashita
Regie: Frank Raffel, Michael Effenberger
Drehbuch: Frank Raffel
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„Klar kann man den Film nicht mit World War Z vergleichen…“ sagte Regisseur Michael Effenberger zu mir, als er seinen neuen Film SURVIVAL vorstellte und damit kann man grundsätzlich gut leben.
Niemand rechnet damit, dass eine deutsche Produktion weit über 100 Millionen kostet und Brad Pitt mitspielt, dafür aber auch den Preis zahlt, dass man sich beim Mainstream anbiedern muss.

Zombies gibt es aber auch in SURVIVAL, schnelle Zombies. Und den ehemaligen Navy Seal Frank Mitchell, der die Tochter eines reichen Mannes zurückholen soll, die von ein paar Wissenschaftlern entführt wurde. Die drei Entführer machen ihren Vater für grausame Versuche an Menschen verantwortlich, die in seinen Labors vorgehen.
Die Spur führt nach Polen, in ein stillgelegtes Labor, doch als Mitchell dorthin reist, findet er nicht nur die Vermisste, sondern auch blutrünstige Wesen und eine brutale Söldnertruppe.

Survival überlebe wenn du kannst

Jeder Film, der nicht als Rahmenhandlung fünf Jugendliche im Auto zum Campen schickt, hat ein Mindestmaß an Lob verdient und hier hat man sich bemüht eine eigene Story zu erzählen, die nicht einmal wahnsinnig originell oder komplex ist, aber ein paar Aufhänger für Infizierte und Martial Arts – Action bietet.

Mitchell, der als Elite Soldat alleine ins Rennen geschickt wird, erinnert an die goldenen 80er, als Ein-Mann-Armeen gang und gäbe waren und SURVIVAL transportiert hier und da ein Feeling, das insbesondere die italienischen Action- und/oder Horrorfilme aus der zweiten Reihe ausmachten.
Da mag man sogar den Erpresserbrief, der ganz oldschool aus der Zeitung ausgeschnitten wurde, für sinnig erachten.

Es sind aber Details wie dieses, die unausgegoren wirken.
Wenn Mitchell beispielsweise zunächst in eine leerstehende Ruine ein lautstarkes „Hallo“ hineinruft, dann erst die Waffe zückt, danach darin Leichenteile entdeckt und zu guter Letzt nur einen Raum weiter einen fremden, schmatzenden Typen entdeckt, dem er nebenbei ein Foto der Entführten hinhält, als wäre es ein Passant in der Fußgängerzone, muss die Frage gestattet sein, ob die Navy Seals (oder irgendwer mit einem Funken Verstand) so und in dieser Reihenfolge vorgehen würden.

Survival überlebe wenn du kannst

In Punkto Effekte macht der Film hingegen grundsätzlich nichts verkehrt. Klar, man mag sich auch hier fragen, ob denn absolut jeder Kopfschuß exakt mittig auf die Stirn platziert werden kann, eigentlich gibt’s aber nichts zu meckern, was auch für die Masken gilt. Während genügend Gore für alle übrig bleibt, gönnt sich der Film sogar ein paar Momente in denen er es der Fantasie des Betrachters überlässt, was sich im Gerangel zwischen Mensch und ehemaligem Menschen gerade abspielt.

Action wird ebenfalls genügend geboten, was SURVIVAL insgesamt zu einer kurzweiligen Angelegenheit macht, ob sich aber Zombies (auch Zombies mit genügend Restverstand um ein Messer, eine Axt oder ähnliches zu bedienen) im Kampf gegen einen einzelnen Gegner brav in Schlange stellen würden, darf bezweifelt werden. Ein weiterer Aspekt, der an italienisches Kino erinnert, in diesem Fall an die Haudrauf-Streifen um Bud Spencer und Terrence Hill.

Mitchell wird übrigens von Frank Raffel gespielt und die Hauptrolle ist nicht die einzige Funktion, die dieser übernimmt. Er teilte sich mit Effenberger die Regiearbeit, schrieb das Buch, fungierte als Produzent, kümmerte sich um Stunts und Choreographie und sang vermutlich abends auch noch Schlaflieder für die Crew.
Dass sich unter den Schauspielern nicht die üblichen bekannten Namen der deutschen Szene finden, sei hier lobend erwähnt.
Trotzdem wurde die Schauspielerei nicht jedem Akteur in die Wiege gelegt.

Dafür ist zu erkennen, dass verschiedene Darsteller schon einmal in einem Kampfring standen, sich entsprechend bewegen und dank solider Kameraarbeit und schneller Schnitte entsprechend in Szene gesetzt werden können.

Dialoge sind hingegen ein anderes Thema, vor allem warum man einen deutschen Film mit deutschen Schauspielern und oft hörbaren deutschen Akzent komplett englisch sprechen lässt und das hinterher wieder synchronisiert, bleibt ein Rätsel.
Zur deutschen Synchronisation kann an dieser Stelle aber noch nichts gesagt werden, da uns nur die englische Version des Films vorlag.

Fazit: Einen Hang zu B-Movies sollte man mitbringen wenn man SURVIVAL sehen und mögen will. Dies vorausgesetzt verspritzt der Film angenehme Unterhaltung.

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