Review: SWISS ARMY MAN (2016)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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7.7/10 (50)

Darsteller: Paul Dano, Daniel Radcliffe, Mary Elizabeth Winstead
Regie: Daniel Scheinert, Dan Kwan
Drehbuch: Daniel Scheinert, Dan Kwan
Land:
Genre: ,

Es gibt zwei Dinge, die hier eher selten auftauchen:
1) Filme mit Freigaben „ab 12“
2) Gute Bewertungen für Pups-Humor
Bei SWISS ARMY MAN machen wir aber gerne eine Ausnahme. Hierbei handelt es sich zwar nicht um einen Horrorfilm, auch keinen Thriller, aber bestes fantastisches Kino. Die austretenden Körpergase sind –man mags kaum glauben- ebenfalls in die Handlung integriert, was den Film von Adam Sandler – Kalauern abhebt.

Story:
Eigentlich wollte sich Hank nur umbringen. Der Gestrandete hat schon den „erlösenden“ Strick um den Hals, als die Strömung eine Leiche anspült. Die Überraschung (auch für den Zuschauer) ist groß, als Hank feststellt, dass er die Fürze des Toten nutzen kann, um damit wie mit einem Jetski übers Wasser zu gleiten (!).

Wem das noch nicht reicht, wird im Laufe der Handlung Zeuge, dass Hank die Leiche (deren Name Manny ist) wie ein Schweizer Taschenmesser für eine ganze Reihe von nützlichen Arbeitsschritten nutzt. Als Rasierer, als Trinkwasserquelle, als Kompass.
Damit immer noch nicht genug. Manny kann zwar nicht gehen, trägt aber noch einen Rest Leben in sich. Zwar kann er sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern, aber während Hank mit seiner Hilfe versucht der misslichen Lage zu entkommen, wird die Leiche auch zum Gesprächspartner.

Ganz ehrlich, wenn ihr bis hierhin gelesen habt, werdet ihr entweder ausschließen den Film je sehen zu wollen oder ihn direkt auf eure To Do – Liste setzen. SWISS ARMY MAN ist schräg, er ist skurril, er ist schrullig und bizarr, aber er wirkt nie platt.

Was auch immer das Autorenteam Dan Kwan und Daniel Scheinert dazu bewog, sich dieses krude Drama-Komödie aus den Rippen zu schneiden, es müssen tolle Drogen gewesen sein. Man merkt aber einen gewissen jugendlichen Leichtsinn, denn die beiden gehen mit einem derart absurden Werk definitiv nicht auf Nummer sicher. Folgerichtig handelt es sich um das Spielfilmdebüt der beiden, die zuvor aber diverse Kurzfilme zusammen umsetzten.

Vor der Kamera schultern Paul Dano (PRISONERS) als Hank und Daniel Radcliffe (HORNS) die Hauptlast und vor allem der ehemalige HARRY POTTER – Mime Radcliffe zeigt mit seiner Rollenwahl erneut seine Liebe zum – teils unkonventionellen – fantastischen Kino und liefert dazu als Toter eine seiner besten Arbeitsnachweise bisher ab.

Mögen muss man diese Art Film trotzdem nicht, wie außergewöhnlich SWISS ARMY MAN ist, wird sich aber nur denen zeigen, die auch das Ende sehen. Bis dahin begleiten wir Hank und Manny in lustigen, nachdenklichen, abenteuerlichen, romantischen und traurigen Augenblicken, die von verträumten Bildern und Soundtrack untermalt werden und wissen eigentlich nie was in der nächsten Minute geschieht.

Das Interessante: diejenigen die den Film nicht verstehen, sind womöglich immerhin hohl genug, um ihn doch für seine Fürze zu lieben. Eine klassische Win-Win-Situation.
Egal, wo man sich selbst sieht, Scheuklappen runter und viel Spaß!

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